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Shisha in Frankfurt „Shisha ist das neue Feierabend-Bierchen“

Die Shisha ist längst im Mainstream angekommen. Selbst Studenten, EZB-Banker und Profi-Fußballer rauchen mit.

Shisha-Rauchen
Entspanntes Shisha-Rauchen mit Blick auf die EZB bei Biggs in der Sonnemannstraße 77. Foto: Rolf Oeser

„Früher kamen überwiegend Männer, heute sind aber auch immer mehr Frauen Shisha-Fans.“ Selbst eine Hürdenläuferin der deutschen Nationalmannschaft sei schon hier gewesen. Besonders angesagt sei gerade die Tabaksorte „069“ vom Offenbacher Rapper Haftbefehl. „Die schmeckt beerig.“

Jonathan (24) ist hier Stammgast: „Denn Shisha ist nicht gleich Shisha. Eine gute Shisha schmeckt auch nach zwei Stunden noch nach dem Geschmack, den man bestellt hat“, sagt der Sales Manager. Sören drückt es so aus: „Eine schlechte Shisha schmeckt nach einer Stunde als würde man Grillkohle lutschen.“

Marvin (21) aus Eschborn studiert Wirtschaftswissenschaften. „Ich komme hier gerne nach der Uni mit meinen Freunden her.“ Seit zwei Jahren ist er ein Shisha-Fan. „Ich mag auch den süßlichen Shisha-Rauch lieber als den Zigarettenrauch und ehrlich gesagt, gehe ich lieber in die Shishabar als in einen Club, wo man verschwitzt aufeinanderhängt“, sagt er und lacht. Seine Kommilitonin Alessandra (20) sagt: „Shisha ist das neue Feierabend-Bierchen.“

„Im Winter trinken meine Gäste zu 80 Prozent Minztee. Aber hier kommen auch Leute her, die Lust auf Cocktails haben“, erzählt Wael Bo Hamdan. In Sachsenhausen sagt Geschäftsführer Elja Zouli: „Früher wurde gar kein Alkohol zu Shisha getrunken, mittlerweile verkaufen wir neben Cola auch mal Bier.“

Das Shisha-Publikum sei auch hier bunt gemischt, aber meist so zwischen 18 und 40. Die Gäste seien jünger als noch vor zehn Jahren. Er achte darauf, dass keine Jugendlichen hier seien. „Wir fragen auch nach Ausweisen, wenn wir Zweifel haben, dass jemand noch nicht 18 ist.“ Ist es eigentlich auch ein Ort für Dates? „Manchmal schon. In einer anderen Shishabar habe ich sogar mal einen Heiratsantrag erlebt“, sagt er und lacht.

Dann wird er ernst: Lange sei Shisharauchen mit diesem Vorteil behaftet gewesen: „ ‚Das ist so ein orientalisches Ding.‘ Aber mittlerweile ist es einfach ein fester Teil der Ausgehkultur, ein Teil der Vielfalt.“ Zumindest bei den U30-Jährigen. Einer seiner Stammgäste kommt dazu und sagt: „Neben dem Biergarten gehören eben jetzt auch Shishabars zur Ausgehkultur. Nur bei AfD-Wählern löst dieser Trend negative Gefühle aus. Sie haben Angst vor dem Fremden. Dabei ist es doch gerade eine Begegnungsstätte gegen Angstbilder. Eine Chance sich auszutauschen.“

Und was ist mit der Gefahr von Kohlenmonoxid-Vergiftungen? Das Gas, das man weder sieht noch riecht noch schmeckt, das aber bei jeder Zubereitung einer Shisha entsteht und zu Vergiftungen führen kann, die sich durch Übelkeit und Kopfschmerzen bemerkbar machen. Der Geschäftsführer betont, dass er sehr darauf achte, dass ausreichend Sauerstoff im Raum durch Abluftanlagen da sei. Außerdem gebe es Kohlenmonoxid-Warnanlagen an der Wand. „Ich finde es auch gut, dass das Ordnungsamt uns und andere kontrolliert. Das ist wichtig“, sagt er. Schon ab mittags, ist der „Laden“ geöffnet. „Denn wir haben auch viele Leute aus einer benachbarten Agentur, die zum Entspannen zwischendurch hierher kommen. Statt Kaffee zu trinken, rauchen sie Shisha.“ Und wie steht er zu der Konkurrenz zu anderen Läden? „Ich finde das nicht schlimm. Der Kuchen ist groß genug für alle. Es gibt noch genug Bedarf. Dies ist kein Trend, der vergeht. Shishas sind fest etabliert“, betont er.

Und das längst nicht mehr nur in Shishabars. Selbst am Mainufer sieht man in Frankfurt überall junge Leute mit einer „Shisha to go“ sitzen. Tim Bischoff (26) arbeitet im „Blubberhaus“ unweit der Konstablerwache, dort wo man alles, was man als Shisha-Fan braucht, bekommt: von der Wasserpfeife bis zum Tabak. „Der Bedarf an Shishas hat extrem zugenommen. Als wir vor vier Jahren eröffnet haben, kamen anfangs 30 Leute am Tag, mittlerweile kommen 100.“ Es sei natürlich viel günstiger, wenn man zu Hause seine Shisha rauche. Eine Dose Tabak kostet im Schnitt 16 Euro und hält, je nachdem wie oft man raucht, bis zu einem Monat. Das was man am Abend für zwei Stunden ausgebe, so Bischoff. Auch hier muss man 18 sein, um einkaufen zu dürfen.

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