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Shisha in Frankfurt „Shisha ist das neue Feierabend-Bierchen“

Die Shisha ist längst im Mainstream angekommen. Selbst Studenten, EZB-Banker und Profi-Fußballer rauchen mit.

Shisha-Rauchen
Entspanntes Shisha-Rauchen mit Blick auf die EZB bei Biggs in der Sonnemannstraße 77. Foto: Rolf Oeser

Noch vor ein paar Jahren konnte ich in Jogginghose in die Shishabars gehen. Jetzt muss ich aber eine richtige Hose anziehen, sonst wird man an der Tür oft abgewiesen“, erzählt Sören, 27, und lacht. Er meint Jeans. An diesem warmen Sommerabend geht auch kurze Hose. Der Frankfurter sitzt im „Laden“ – eine Shishabar in Sachsenhausen, unweit des Mains. Es läuft gerade der Song „Guatemala“ vom Hip-Hop-Duo Rae Sremmurd, der nach entspannter Strandparty klingt. Sören zieht an seiner Shisha mit Geschmack Eisbonbon und singt leise mit. Weiße Rauchwolken kommen auch aus den Mündern und Nasen der anderen Gäste, es riecht süßlich. Chillen und Shisha-Rauchen scheinen irgendwie eins zu sein. 69 Shishabars gibt es laut Ordnungsamt mittlerweile in Frankfurt.

Seit Sören 18 ist, geht der IT-Spezialist in Shishabars, vorher ist das auch nicht erlaubt, weil der Tabak neben Aromen eben auch Nikotin enthält. „Aber ich habe schon mit 15 angefangen, zu Hause mit Kumpels Shisha zu rauchen.“

Auf den Tischen stehen meist Energydrinks oder Wasser. „Alkohol und der süßliche Shishageschmack passen einfach geschmacklich nicht zusammen“, sagt Sören. „Mir wird von der Kombi sogar kotzübel“, erzählt Marina (25).

Die Erzieherin kommt fast täglich her. Sie sitzt mit fünf Freundinnen im Außenbereich des „Ladens“ und redet von ihrem Stress bei der Arbeit. „Die Shishabar ist ein Ort, an dem ich den Kopf frei kriegen kann, und gleichzeitig ist es sehr gesellig“, sagt sie. Sie will nicht fotografiert werden, weil viele Eltern der Kinder, die sie betreut, leider immer noch Vorurteile hätten, denken würden: Shishabars seien ein Ort für „Assis“. „Ganz im Gegenteil. Hier herrscht nicht so eine aggressive Stimmung wie in manchen Kneipen, wo die Leute so betrunken sind. Hier ist es einfach entspannt.“ Und Marina betont: „Shisha schmeckt mir einfach.“ Diese kostet je nach Geschmack und Mischung zwischen acht und zwölf Euro. „In manchen Shisha-bars kosten sie auch bis zu 15 Euro“, erzählt Marina. „Mädchen teilen sich gerne eine Shisha, viele Jungs rauchen lieber eine Shisha alleine.“ Zu zweit rauchen sie anderthalb Stunden an einer. „Mittlerweile gibt es auch Clubs, die bei Veranstaltungen Shishas anbieten. Ich mag diese Kombi nicht. Entweder im Club abfeiern oder entspannt Shisha rauchen“, sagt Marina.

Vor drei Jahren hat Elja Zouli, der Geschäftsführer von „Der Laden“, seine Shishabar eröffnet. Der 34-Jährige, der zuvor in der Gastro-Szene arbeitete, sagt, seine eigene Leidenschaft für Shishas, habe ihn dazu motiviert. „Ich liebe Shisha, aber wenn ich keine rauche, fange ich auch nicht an zu zittern. Das ist keine Sucht.“ Eine Zigarette habe er noch nie geraucht. Diesen Satz „keine Zigaretten zu rauchen“, hört man an diesem Abend auch von vielen Gästen. Noch vor acht Jahren seien Shishabars in Frankfurt noch eine Seltenheit gewesen, sagt Zouli. Da gab es die ersten in Alt-Sachs oder das Mosaik in der Innenstadt, das jetzt Gatsby heißt. „Dort muss man anklopfen, um reinzukommen. Die Mädchen ziehen sich schicker an. Hier im ‚Laden‘ ist alles etwas entspannter“, sagt Sören.

Auf der anderen Mainseite hat Wael Bo Hamdan (33) die Biggs Bar, ein Ort für Shishas und Longdrinks, in der Sonnemannstraße so ziemlich direkt gegenüber der EZB vor zwei Jahren eröffnet. Hier sitzen BWL-Studenten im Hemd neben jungen Männern mit Baseball-Caps. Hamdan ist im Libanon geboren und in Hamburg aufgewachsen. „Dort war der Shisha-Boom schon vor vier Jahren“, erzählt er. Auch er hat aus eigener Leidenschaft seine Shishabar eröffnet. „Ich habe schon lange gerne Shisha geraucht, und irgendwann war es mir zu blöd in andere Läden dafür zu gehen.“ Es sei ein Ort, an dem man seine Kumpels trifft. „Hier kommen nicht nur Ausländer her, wie es das Vorurteil ist, sondern eben auch viele Deutsche. Von 18 bis 60 Jahren.“ Auch Fußball-Profis und viele EZB-Banker seien Gäste.

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