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Schwanheim Zuversicht im Wald

Zum Saisonauftakt strömen Besucher in den Kobelt-Zoo. Der Tiergarten ist weiterhin auf Spenden angewiesen.

Saisonstart im Kobelt Zoo
Auch Hasen sind im Kobelt-Zoo zu sehen. Foto: Monika Müller

Der Regen kann den Machern des Kobelt-Zoos am Montagnachmittag kaum die Laune vermiesen. „Gestern waren schon viele Leute da“, sagt Monika Greitzke, eine von zwei guten Seelen des ehrenamtlich betriebenen Tiergartens.

Nach dem Grundgedanken des Schwanheimer Arztes Wilhelm Kobelt, der den zoologischen Garten vor 101 Jahren eröffnet hat, ist der Eintritt frei, um allen Interessierten den Besuch zu ermöglichen. Daher sind die Macher auf Spenden der Besucher angewiesen. Etwa 2000 seien am Vortag da gewesen. Heute verlaufen sich nur Hartgesottene in den Schwanheimer Wald.

Zwei davon sind Elena Oleksiok und ihr Sohn Daniel aus Griesheim. Sie hätten bereits vor einem Monat vor verschlossenen Türen gestanden. Ihr fünfjähriger Sohn schaue sich so gerne die Tiere an, sagt Oleksiok.

Neben Löwen, die es im Kobelt-Zoo nicht gibt, seien Äffchen seine Lieblingstiere. Die trauen sich an diesem Tag aber nicht ins Außengehege. Anders die Ponys, die bei kontinuierlichem Nass von oben gemächlich Gras vom Boden zupfen. Darunter ist auch „Hope“, das erst wenige Wochen alte Fohlen.

Alle Auflagen erfüllt

Hoffnung spiegelt auch die Gemütsverfassung von Greitzke und ihrer langjährigen Mitstreiterin Elke Diefenhardt wider. Denn nach drei Jahren Kampf mit der unteren Naturschutzbehörde seien nun alle Auflagen erfüllt. Aufgrund der Lage des Zoos hatte die Behörde gefordert, dass alle Gebäude mit Holz verkleidet werden. Daneben musste ein Zelt weichen, unter dem Besucher bei Kaffee und Kuchen oder Bratwurst sitzen können und Schulklassen sowie Kindergartengruppen Tierkunde erhalten. Stattdessen musste ein hölzerner Unterstand gebaut werden. Das Betonbecken des Enten- und Gänseteichs wurde mit einer Art Kunstrasen ausgelegt.

Rund 80 000 Euro sollen die Auflagen verschlungen haben. Gestemmt haben die etwa 20 Freiwilligen des Zoos die Sanierung auch mit Hilfe und Spenden von Unternehmen. Bei so genannten „Social Days“ packten und packen Firmenangestellte mit an, bauten beispielsweise ein Insekten-Hotel. Zuletzt wurden Zäune neu gestrichen. Insgesamt sei der Zuspruch in der Bevölkerung groß gewesen.

Und auch mit der Naturschutzbehörde sei man sich letztlich näher gekommen, berichtet Diefenhardt, nachdem die Ehrenamtlichen anfangs nicht verstanden hatten, wie ihrem gemeinnützigen Tiergarten so große Steine in den Weg gelegt werden konnten. Immerhin stammen viele der rund 250 Tiere, wie Schlangen, Kängurus oder Zwergmangusten, aus Laboren, Zoo-Handlungen und Privatbesitz, wurden dort teils gequält und haben im Kobelt-Zoo ein neues Zuhause gefunden. Einen entscheidenden Anteil am Erfolg habe der Schwanheimer Vereinsringsvorsitzende Willi Becker, der als Vermittler zwischen der Behörde und dem Tierpark fungierte.

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