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Schwanheim Hort statt Kita

Erfolgreicher Protest: Stadt widmet an der Nürburgstraße Betreuungsplätze um.

Eigentlich sollte in der Nürburgstraße eine Kindertagesstätte entstehen. In Kooperation mit dem Caritasverband hat die Stadt nun entschieden, das im Bau befindliche Gebäude in einen Hort mit 60 Plätzen umzuwandeln. Das teilt Schwanheims Kinderbeauftragte Marita Kneisel mit. Sie bezieht sich auf ein Schreiben von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), das der FR vorliegt. Offiziell bestätigen konnte man die Meldung im Bildungsdezernat bis Redaktionsschluss nicht.

Die Einrichtung soll voraussichtlich am 13. November in Betrieb gehen, heißt es in dem Brief. Derzeit suche der Caritasverband als Träger der Einrichtung mit Hochdruck nach Personal, um alle drei künftigen Gruppen belegen zu können. Auf der Online-Plattform „kindernet“ können Eltern ihre Kinder bereits für die Einrichtung vormerken lassen.

Hintergrund für die Umwidmung ist, dass es in Schwanheim an Hortplätzen mangelt. Die Initiative „Betreuung Ü6“ hatte deshalb im Mai eine Protestkundgebung auf dem Spielplatz der Kirche St. Mauritius abgehalten. Rund 200 Schwanheimer Eltern machten auf die Nöte Berufstätiger aufmerksam, deren Kind nach den Ferien keinen Nachmittagsplatz hat.

Wenige Tage später übergab die Initiative eine Petition mit 930 Unterschriften an Sylvia Weber. Darin forderten die Unterzeichner zusätzliche Hortplätze sowie den Ausbau der Erweiterten Schulischen Betreuung (ESB) an der Minna-Specht- und August-Gräser-Schule.

Gebäude vom Discounter

Die Protestaktion sei erfolgreich gewesen, bilanziert Marita Kneisel. Sie hatte im Februar einen Brief an Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) geschrieben, den dieser an die Bildungsdezernentin weiterleitete. In dem Antwortschreiben heißt es, dass nicht nur 60 Hortplätze an der Nürburgstraße entstehen, sondern dass auch der ESB-Ausbau an der Minna-Specht- und der August-Gräser-Schule in Planung ist. Darüber hinaus sichert Sylvia Weber zu, „dass ich die weiteren Entwicklungen und Bemühungen für Schwanheim weiterhin unterstützen werde und wir jede in Frage kommende Option prüfen.“

Die Fläche, auf der statt der Kita nun ein Hort entsteht, ist ein Erbbaugrundstück. Wie die Stadt 2014 mitteilte, hatte sie für einen 778 Quadratmeter großen Abschnitt das Erbbaurecht an den Discounter-Konzern Aldi überschrieben. Bedingung war, dass Aldi dort bestehende Gebäude der Neuapostolischen Kirche, die für das Grundstück direkt neben dem Aldi-Markt keine Verwendung mehr hatte, abreißt und eine Kita errichtet.

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