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Schwanheim-Goldstein Wohnen am Waldrand

In der Siedlung Goldstein geht es meist beschaulich zu. Allerdings sind die engen Straßen nicht für den Verkehr in den Stoßzeiten geeignet.

Goldstein in der Dämmerung. Rechts die vierspurige Straße, die ironischerweise ?Schwanheimer Ufer? heißt, obwohl sie die Siedlung ja vom Mainufer trennt. Foto: christoph boeckheler

Goldstein ist ein naturnaher Stadtteil, Pardon, eine Siedlung. Die gehört zu Schwanheim, taucht in offiziellen Dokumenten der Frankfurter Stadtverwaltung aber auch als einer von neun Stadtteilen des Ortsbezirks 6 auf. Skurril, aber naturnah ist es dort dennoch. Sieht man mal von der A 5 ab, die Goldstein von der Bürostadt trennt, Pardon, vom Lyoner Quartier. Und natürlich auch von der vierspurigen Fast-Autobahn mit dem irreführenden Namen „Schwanheimer Ufer“.

Wer besagte Straße überwunden hat, kann schön am Main entlang spazieren. Im Norden grenzt die Stadtteil-Siedlung an den Stadtwald. Was ebenfalls schön für Ausflüge ist, den Goldsteinern aber auch manch störenden Besuch beschert: Wildschweine, die zuweilen Gärten, Grünanlagen und Mülltonnen durchwühlen.

Entstanden ist die Siedlung ab 1932. Ein Jahr zuvor war die Idee aufgekommen, für die Arbeitslosen Wohnraum zu schaffen. So sollten die Staatskassen entlastet und gleichzeitig dem „Radikalismus“ entgegengewirkt werden. Arbeitslose konnten günstig die Erbpacht für ein Grundstück erwerben und ohne Eigenkapital Hauseigentümer werden. Sie erhielten für die Zeit des Baus weiter die Arbeitslosenhilfe, verpflichteten sich aber zur Arbeit auf der Baustelle.

Danach sollten sich mit Gemüseanbau im Garten und Kleinvieh selbst versorgen. Den Spitznamen „Scheißkübelhausen“ erhielt die Siedlung, weil sie erst 1959 an die Kanalisation angeschlossen wurde.

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