Lade Inhalte...

Schulen in Frankfurt Baustelle Schule

Die Schülerzahlen steigen in Frankfurt stetig. Teils mit großem Aufwand muss Platz an den Schulen geschaffen werden - auch mal unter der Erde.

Mühlbergschule in Frankfurt
An der Mühlbergschule entsteht ein Neubau, um Platz zu schaffen: Fast doppelt so viele Schüler müssen künftig aufgenommen werden. Foto: Monika Müller

Das Loch ist schon da. Auch die Bodenplatte ist gegossen. Doch noch ist es eben nur ein Loch. Eine Baugrube. Irgendwann einmal sollen dort Schüler der Mühlbergschule Sport treiben. Unter der Erde. Denn die Sporthalle der Grundschule in Sachsenhausen wird eingegraben. Aber es geht auch hoch hinaus: Über der Halle entsteht ein Geschoss für Mensa und Ganztagsbetreuung – und darüber eine weitere Sporthalle. „Die Mühlbergschule ist ein Beispiel für die Herausforderungen, die wir in Frankfurt haben“, sagt Baudezernent Jan Schneider (CDU).

Denn die Stadt wächst, die Schülerzahlen steigen, und auch in dicht besiedelten Gebieten müssen Schulen erweitert werden. „Da müssen wir mit den vorhandenen Flächen arbeiten“, sagt Schneider am Donnerstagmorgen auf der Baustelle. „Es ist teils ein großer Aufwand, Schulen zu erweitern, um den neuen Schülerzahlen gerechtzuwerden.“ Da muss dann eben auch mal unter der Erde Platz geschaffen werden.

Die Mühlbergschule aus dem Jahr 1904 wird zudem saniert und das Dachgeschoss ausgebaut. Dort können zusätzliche Klassenräume unterkommen, die Schule muss künftig fast doppelt so viele Schüler aufnehmen wie bisher. Statt drei- wird sie fünfzügig sein. „Doch für die neue Pädagogik braucht man Binnendifferenzierung“, sagt Dirk Landwehr vom Architekturbüro Trapez.

Mehr als fünf Räume gibt der Platz pro Stockwerk nicht her. „Aber wir haben Schätze heben können.“ Nämlich: Die Flure sind so breit, dass dort Lernlandschaften eingerichtet werden können. Zudem entstehen in einem seitlichen Anbau einige Räume, in einem weiteren kommt ein Aufzug unter.

24 Millionen Euro kostet das alles, 3,3 Millionen Euro schießt der Investor des Henninger-Areals zu. Während der Bauarbeiten lernen die Schüler in Containern am Länderweg, Anfang 2020 soll ihr saniertes und erweitertes Gebäude fertig sein.

Auch an anderen Schulen wird gearbeitet. „An jeder der 170 Schulen laufen Baumaßnahmen“, sagt Schneider. Rund zehn Millionen Euro werden etwa an der Franckeschule in Bockenheim investiert: Ein Anbau schafft mehr Platz, zudem wird das Gebäude von 1876 saniert. Bis zum Sommer 2019 sind die Schüler in Container an der Ginnheimer Straße ausgelagert.

Für Michael Simon, Leiter des im November gegründeten Amts für Bau und Immobilien, zeigen sich an der Franckeschule die zusammengezogenen Kompetenzen aus Liegenschafts-, Hochbau- und Stadtschulamt. Denn die Sanierung sei eigentlich getrieben von nötigen Verbesserungen des Brandschutzes, sagt Simon. Früher habe das Hochbauamt einfach den Auftrag bekommen, nach dem Brandschutz zu schauen. „Da sieht man dann nicht, dass der Belag in der Turnhalle nicht mehr tragfähig, die Elektroverteilung in schlechtem Zustand ist“, sagt Simon. So soll das nicht mehr laufen. Schneider nennt das, die Sache „ganzheitlicher angehen“.

So wird nun eben geguckt, ob es auch Sanierungsbedarf an anderen Stellen gibt. An der Franckeschule entstehen dadurch zwar zunächst 500 000 Euro zusätzliche Kosten. „Aber die wären nach zwei bis drei Jahren sowieso gekommen“, sagt Simon. „Sinnvollerweise machen wir das jetzt – damit danach Ruhe für Schüler, Eltern und Schulleitung ist.“

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen