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Sachsenhausen Von der Bütt zur Majestät

Yvonne II. wird Ende Juli als nunmehr 61. Brunnenkönigin gekürt. Ramona I. dankt ab. Beim Brunnenfest stellt sich die neue Hoheit erstmals dem großen Publikum vor.

Yvonne II
Yvonne II. freut sich vor allem auf die Feste und den Kontakt zu anderen Königinnen. Foto: Rolf Oeser

Fest und innig drücken sie sich zur Begrüßung. Die aktuelle und die künftige Brunnenkönigin kennen sich gut. Yvonne Weger-Haupt, alias Yvonne II., wird die Nachfolgerin von Ramona I. und als lokale Majestät Sachsenhausen und die örtliche Brunnen- und Kerbegesellschaft für ein Jahr auf Festen und Veranstaltungen hessen- und deutschlandweit repräsentieren.

„Wir kennen uns über unsere Aktivitäten in den befreundeten Karnevalsvereinen“, berichtet Weger-Haupt, die zur Vorstellung am Dienstag in der Apfelwein-Kneipe „Frau Rauscher“ im dunkelbraunen Dirndl mit türkisfarbener Schürze kommt. Ramona Schiele ist bei den „Schnaken“ als Jugendwartin aktiv, Weger-Haupt bei den „Elfern“ vom ersten Sachsenhäuser Carnevals-Club. Dort war die 53-Jährige Tänzerin sowie Trainerin des Nachwuchses, der Erwachsenen und des Männerballetts.

Heute hält sie Büttenreden in der närrischen Zeit. Die launigen Fastnachtsansprachen gibt sie in ihrer Vita neben Lesen, Reisen und Tanzen als weiteres Hobby an. Außerdem tritt die gebürtige Sachsenhäuserin für die Brunnen- und Kerbegesellschaft als Frau Rauscher auf. „Das muss nun ein Jahr ruhen“, sagt die zweifache Mutter und gelernte Bürokauffrau, die bei den Frankfurter Verkehrsbetrieben arbeitet. „Ich freue mich riesig auf die Termine, die anderen Königinnen und die vielen Festumzüge“, sagt sie.

Diese Zeit neigt sich bei Ramona I. dem Ende zu. Ein „komisches, trauriges Gefühl“ sei das, sagt die gebürtige Erbacherin, die zwischendurch um ein Taschentuch zum Trocknen einiger Tränen bittet. Am meisten Spaß habe ihr in der einjährigen Amtszeit der Kontakt zu den „anderen Hoheiten“ bereitet. Besonders mit der Quellenkönigin aus Bad Vilbel sowie der Kürbiskönigin aus Niederdorfelden habe sie viele Termine absolviert und sich angefreundet.

In guter Erinnerung hat die Heusenstammerin, die durch ihren Mann zum Sachsenhäuser Karneval und dadurch zum Amt der Brunnenkönigin gekommen ist, den Hessentagsumzug. „Es war die größte Veranstaltung, das Wetter super“, berichtet sie. Die 39-Jährige habe in einer Kutsche gesessen. Um sie herum seien etwa 40 Mitglieder der Kostümgruppe „Sachsenhäuser Berjersleut‘“ in ihren farbenfrohen Biedermeierkleidern gelaufen.

„Als Königin den Hofstaat dabei zu haben“, habe Schiele als besonders angenehm empfunden. Schon als Kind wollte sie Königin werden. Mit Büchern auf den Kopf gestapelt – um den aufrechten Gang zu üben – eine Wolldecke als Umhang über die Schultern geworfen, sei sie durch die elterliche Wohnung stolziert.

Auch Weger-Haupt will seit ihrer Kindheit Königin werden: „ein Mädchen- und Jugendtraum“. Mit ihren beiden Schwestern hätten sie sich damals die Unterröcke der Mutter angezogen und sich wie die „bezaubernde Jeannie“ und „Schneewittchen“ gefühlt. In wenigen Wochen wird ihr Traum dann Wirklichkeit, wenn sie am 28. Juli zur 61. Brunnenkönigin gekrönt wird.

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