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Sachsenhausen Silberne Sitzecken, rote Wände

Schüler des Lessing-Gymnasiums entwickeln mit dem Museum Angewandte Kunst ihre Wohnidee.

Lessing-Gymnasium in Sachsenhausen
Das Modell von Otto, Fabian und Matthias (von links) Foto: Andreas Arnold

Eine elegante Wendeltreppe schlängelt sich an der Außenfassade des teils aus Marmor, teils aus roten und pinkfarbenen Wänden bestehenden, modernen Wohnhauses herauf. Im Innern findet sich eine funktionale Zimmeraufteilung, im Erdgeschoss ein Büro mit drei Schreibtischen und großer Glasfront, die Wände des angrenzenden Schlafzimmers sind mit Bücherregalen gefüllt und im Obergeschoss erwartet den Betrachter eine elegant eingerichtete Wohnküche mit riesigem Panoramafenster.

„Ganz wichtig ist mir die silberne Sitzecke in der Wohnküche gewesen“, erzählt Otto von Stechow mit einem Grinsen im Gesicht, schließlich sei diese „ein Designermöbelstück.“ Zusammen mit seinen Klassenkameraden Matthias Beyne und Fabian Wagner vom Lessing-Gymnasium hat er sich diese Konzeption einer idealen Wohngemeinschaft überlegt und aus Pappe, Papier und Folie ein Modell entworfen.

Im Foyer des Museums Angewandte Kunst sind insgesamt neun solcher Modelle ausgestellt, die Ergebnis eines gemeinsamen Projektes der Klasse 8a des Lessing-Gymnasiums in Kooperation mit dem Museum sind. Ausgehend von der Frage „Was bedeutet eigentlich wohnen?“ begaben sich die 24 Schüler im vergangenen Schuljahr auf eine Forschungsreise. Diese führte sie nicht nur in das Museum, sondern auch in die historische Villa Metzler, „um ihr Verständnis von Design und Raumgestaltung zu erweitern“, wie Yvonne Pietz erzählt. Sie gehört zusammen mit Magdalena Steinhauer zum Vermittlungsteam der Museumsabteilung „Create“ und begleitete die Jugendlichen bei diesem Projekt. Mit der Unterstützung der zwei professionellen Gestalterinnen entwickelten die Jugendlichen, ausgehend von ihren eigenen Wünschen, Vorstellungen und Alltagserfahrungen individuelle Lösungen für ihre eigenen Wohnmodelle. Inspiration bekamen sie dabei sowohl durch die vorindustrielle Wohnkultur des Barock und Rokoko, als auch durch die Auseinandersetzung mit Projekten der Klassischen Moderne wie dem Bauhaus, erläutert Steinhauer das Konzept.

Matthias Wagner K, Direktor des Museum Angewandte Kunst zeigt sich bei der Eröffnung begeistert von der Kreativität und den vielfältigen Ideen der Schüler. Insbesondere habe er sich über die vielen Bücherregale in den unterschiedlichen Wohnmodellen gefreut, „gerade weil es immer heißt, junge Leute würden nicht mehr lesen“, fügt er grinsend hinzu. Auch die zuständige Kunstlehrerin Petra Stilper ist überaus zufrieden mit den Ergebnissen ihrer Schüler und freut sich, wenn sich „das Museum als Unterrichtsort etablieren würde“, so Stilper abschließend.

 

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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