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Sachsenhausen Lieber Matsch als Wasser im Spielpark

Die Stadt stellt die Pläne für den Spielpark am Goetheturm vor. Statt Wasserbecken ist künftig eine Matschanlage vorgesehen.

Wasserspielbecken
Auch ohne Wasser prima zum Spielen: das Wasserbecken im Waldspielpark am Goetheturm. Foto: Rolf Oeser

Die Zeiten der Planschbecken sind vorbei – die Stadt baut ihre Wasserspielparks um. Das ist am Freitag in der Sitzung des Ortsbeirats 5 deutlich geworden, in deren Verlauf das Grünflächenamt die Pläne für den Umbau des Wasserbereichs im Waldspielpark Goetheturm vorgestellt hat.

Dort gibt es statt Wasserbecken künftig eine Wassermatschanlage. Von einem etwa 80 Zentimeter hohen Hügel fließt Frischwasser aus einer Handpumpe in Rinnen zu einem Sandspielbereich. An verschiedenen Stellen gibt es Ventile und Klappen, das Wasser kann sich dort ein bisschen stauen. Auch eine zweite Wasserquelle abseits des Trubels soll es geben, für die kleineren Kinder.

Der Spielpark ist nicht der einzige, der sein Becken verliert. Den Tannenwald an der Grenze zu Neu-Isenburg baut die Stadt derzeit um. Ein Sprühfeld ohne Becken wird dort an warmen Tagen Erfrischung spenden. Gleiches erwartet den Scheerwald, die Ausschreibung läuft. Auch in Schwanheim wird das Grünflächenamt so vorgehen.

„Das Problem ist das stehende Wasser“, erklärt Amtsfrau Inga Kramer. Die Hygienevorschriften haben sich geändert. Wasser im Becken muss Schwimmbadqualität haben. Das erreicht die Stadt nur durch die Beigabe von Chemie. Außerdem erfordert das einen hohen technischen und personellen Aufwand. Das kann sich die Stadt nicht mehr leisten

Wassermatschanlage geplant

Im Freibad verteilt sich der Schmutz besser. Die Spielparkbecken indes haben weniger Wasser, sodass sich schon die kleinste Verunreinigung auswirkt. „Und manche Besucher halten sich nicht unbedingt an Hygienestandards“, sagt Kramer. Sie duschen sich nicht die Füße ab, bevor sie ins Becken gehen. Kramer seufzt, sie ist schon froh, wenn die Planscher sich wenigstens die Schuhe ausziehen. Oder die Windel.

Wegen der Nähe zum Scheerwald wird die Goetheturm-Anlage kein Sprühfeld bekommen, dafür aber eine Wassermatschanlage. 270 000 Euro investiert die Stadt in dieses Projekt. Der Zeitplan scheint allerdings ambitioniert: Im kommenden April soll bereits Baubeginn sein.

Der Ortsbeirat hat den Plänen zugestimmt. Nur die SPD nicht. Die Fraktion ist verwundert, dass die Stadt dem Ortsbeirat nicht mehrere Varianten zur Auswahl stellt. Außerdem sieht die SPD den Bürgerwillen missachtet. Tatsächlich wünschen sich einige Sitzungsbesucher, die Stadt möge das Becken erhalten. Darunter auch der Oberräder Kinderbeauftragte Roland Limberg. Für jüngere Kinder unter fünf Jahren sei ein Matschbereich nicht geeignet. Was Amtsvertreterin Kramer veranlasst, eine Augenbraue hochzuziehen. „Im Matsch zu spielen ist doch das Beste überhaupt in der Kindheit“, stellt sie fest.

Der Kinderbeauftragte von Sachsenhausen, Armin Strobel, meldet sich ebenfalls zu Wort. Er hat sich bei den Eltern umgehört. Die Reaktionen sind gemischt. Manche trauern dem Planschen nach, andere freuen sich aufs Matschen. Inga Kramer stellt aber klar, dass es keine Wasserbecken mehr geben wird. 850 000 Euro kann das Amt im Jahr in Spielplätze investieren. Alleine die Wassertechnik des Beckens neu zu bauen würde 300 000 bis 400 000 Euro verschlingen. „Wir müssen verantwortungsvoll mit dem Steuergeld umgehen.“

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