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Sachsenhausen Fledermausnacht im Frankfurter Stadtwald

Die Fledermausnacht im Stadtwald Frankfurt will Groß und Klein die Angst vor den Tieren nehmen.

Fledermausnacht
„Fledermaus“ Clara betrachtet Fledermauskot unter dem Mikroskop. Michael Schick Foto: Michael Schick

Der kleine Junge beugt sich nach vorn und schaut sich die ausgestopften Tiere in den beiden Kästen genau an. Links ist ein Braunes Langohr zu sehen und rechts eine Zwergfledermaus. Der Kopf des Jungen wandert von einer Seite zur anderen. „Eigentlich sehen die ganz süß aus“, sagt er dann. Genau auf diese Reaktion hoffen die Veranstalter der Fledermausnacht am Stadtwaldhaus, damit das Tier seinen manchmal schlechten Ruf als Blutsauger loswird.

Bereits zum 18. Mal fand die Veranstaltung am Samstag in Frankfurt statt und bot den Besuchern viele Aktivitäten rund um das fliegende Säugetier. Wer wollte, konnte sich zur Fledermaus umschminken lassen oder eins der Tiere aus einem Zapfen bauen. Zwei Flügel, Ohren und Augen dran und schon war die Fledermaus für zu Hause fertig.

Der siebenjährige Jannes hat eine solche Zapfenfledermaus gebastelt. „Die Fledermäuse gefallen mir. Im Zoo habe ich schon mal eine gesehen“, erzählte er. Die Chancen, dass die Besucher am Abend bei den Führungen auch Fledermäuse zu Gesicht bekämen, stünden nicht schlecht, sagte Michael Christ, Förster der Fasanerie. 15 Arten leben rund um und in Frankfurt. „Der große und der kleine Abendsegler sind von ihrer Größe am besten zu erkennen“, sagte Christ.

Das große Ziel der Veranstaltung sei es, den Kindern die Tiere näherzubringen. Keiner sollte vor Fledermäusen Angst haben. „Wir zeigen, wie sie in der Natur aussehen, damit die Kinder sehen, mit welchen Tieren sie täglich zusammenleben.“ Rund um Friedhöfe und Parks könne man in Frankfurt immer wieder Fledermäusen begegnen. Auch die Erwachsenen sehen die Tiere nach der Fledermausnacht mit anderen Augen.

Fledermauskasten selbst bauen

Die siebenjährige Amelie hatte am Samstag die Wahl zwischen Adler und Fledermaus. Doch statt ins Stadion zur Eintracht zu gehen, wollte sie lieber in den Stadtwald. Mit ihrer Wahl war sie zufrieden und zeigte lächelnd ihren mit Papa selbst gebauten Fledermauskasten. „Der kommt in unseren Hof“, sagte sie. Auch Amelie hat bereits zuvor Fledermäuse gesehen. In der Nähe ihres Zuhauses fliegen sie oft herum. „Vielleicht geht ja eine in unseren gebauten Kasten.“

Der elfjährige Ruben hat ebenfalls einen Kasten zusammengehämmert. „Meine Schwester hat sich auch schon schminken lassen, wir haben Spiele gespielt und haben das Hochgewürgte von Eulen durchsucht“, erzählte er. Die Station, wo das Gewölle der Eulen durchsucht werden konnte, habe ihm am besten gefallen. Mit einer Pinzette hat er darin nach Knochen gesucht und war sich sicher, die Rückstände einer Spitzmaus entdeckt zu haben. „Im Zoo habe ich vorher schon mal Fledermäuse gesehen“, sagte Ruben. Er finde die Tiere so erstaunlich, weil sie die einzigen Säugetiere seien, die fliegen könnten.

In einem Vortrag erinnerte Dagmar Stiefel von der Vogelschutzwarte daran, dass den Tieren immer weniger Unterschlupfmöglichkeiten bleiben. Jeder solle doch über einen Fledermauskasten bei sich zu Hause nachdenken. Der Clou: Einen besseren Mückenfänger gebe es kaum.

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