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Sachsenhausen Ein Vermittler weniger

Der Stadtteil hat künftig fünf statt sechs Sozialbezirke. Die Bürger verlieren somit einen Ansprechpartner bei sozialen Fragen.

Sachsenhausen
Blick auf Sachsenhausen. Foto: peter-juelich.com

Sachsenhausen hat künftig fünf statt sechs Sozialbezirke – ab 2021. Im Sommer haben die Stadtverordneten beschlossen, die Bezirke stadtweit zu überarbeiten. In manchen seien die Sozialbezirksvorsteher ausgelastet, in anderen weniger. Die neue Aufteilung soll die Unterschiede angleichen.

68 solcher Bezirke gibt es derzeit. Nach der Neuordnung sollen es 70 bis 73 sein. Die Vorsteher sind so etwas wie der ehrenamtliche Dienst des Jugend- und Sozialamts. Sie sind Mittler zwischen Bürgern und Ämtern, dienen als erste Anlaufstelle bei Problemen. Die Sozialbezirksvorsteher kennen sich gut vor Ort aus, wohnen in der Nachbarschaft, sind vernetzt. So werden sie oft selbst aufmerksam auf Probleme und können vorsichtig bei den Betroffenen vorfühlen. Kurzum: „Sie sind furchtbar wichtig für uns“, wie Sozialamtsleiterin Brigitte Henzel in der jüngstens Sitzung des Ortsbeirats 5 sagt.

Henzel und ihr Kollege Herbert Jacobs sind zu Gast, um zu erklären, wie die neuen Bezirke gebildet werden. Künftig bildet jeder Stadtteil einen eigenen. Das dürfte in Berkersheim und Preungesheim gut ankommen, die sich bislang einen geteilt haben. Ausnahmen sind kleine Quartiere, wie die Alt- und Innenstadt, die zusammengefasst sind. Große Stadtteile unterteilt die Stadt in mehrere Bezirke. Ab 15 000 Einwohnern gibt es zwei, ab 30 000 drei.

Unterteilt in Nord und Süd

Die Einteilung wurmt den Ortsbeirat 5. Rund 60 000 Bürger leben in Sachsenhausen, also sollte der Stadtteil auch sechs Sozialbezirke haben. So die einhellige Ansicht der Fraktionen. Nur hat die Kommune den Stadtteil in zwei Verwaltungsbereiche aufgeteilt. Nord und Süd. Stand Dezember 2015 wohnen in Sachsenhausen-Nord 31 810 Menschen, in Süd 27 016. Das macht: drei Sozialbezirke für Nord und zwei für Süd.

Allerdings ergeben die bloßen Bevölkerungszahlen zusammen gerechnet für Nord und Süd auch nur 58 826 Bürger, also: fünf Sozialbezirke. Sozialbezirksvorsteherin Christa Panke-Spruck aus Sachsenhausen vermisst etwas anderes: eine Berücksichtigung des Indexes für soziale Benachteiligung. Der würde allerdings Sachsenhausen nicht helfen, mutmaßt Herbert Jacobs. Der Stadtteil gehöre nicht zu den sozial belasteten in der Stadt. „Da hätten andere mehr Bedarf.“

Der Ortsbeirat will nun mit seinen Stadtbezirksvorstehern Rücksprache halten, wie groß die Arbeitsbelastung eigentlich ist. Immerhin handelt es sich ja um ein Ehrenamt. Außerdem will das Gremium die Bevölkerungszahl genau beobachten. Wenn genügend Bürger zuziehen, etwa auf das Henninger-Areal, kann der Ortsbeirat die Bezirke wieder anpassen lassen. Schon jetzt darf er für Niederrad tätig werden. Dort gibt es künftig zwei statt einem Sozialbezirk.

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