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Rennbahn Frankfurt Der Abriss beginnt

Auf dem Rennbahn-Gelände hat der Abriss der Tribüne begonnen. Das Areal soll bald an den DFB übergeben werden. Der Rennklub hofft noch auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs zu seinen Gunsten.

Rennbahn-Tribüne
Die Tribüne stürzte am Montagmorgen in sich zusammen. Foto: Renate Hoyer

Nach jahrelangem Rechtsstreit über die Zukunft des Rennbahn-Areals in Niederrad hat am späten Montagmorgen der Abriss der Tribüne begonnen. Der Frankfurter Sportdezernent Markus Frank (CDU) sprach von einem besonderen Tag für die Stadt, bevor die Tribüne gegen 10.30 Uhr in sich zusammensackte. „Frankfurt macht sich auf den Weg zur Fußballhauptstadt“, sagte er vor zahlreichen Medienvertretern.

Mit dem Abriss des Bauwerks sei das Kapitel Pferderennen in Frankfurt abgeschlossen, sagte Frank. Diese hätten sich als nicht mehr tragfähig erwiesen; die Stadt habe viele Millionen Euro verloren. Nun werde der Deutsche Fußball-Bund (DFB), dem das Areal in wenigen Wochen übergeben werde, 150 Millionen Euro in den Bau seines Leistungszentrums investieren. Mehrere Hundert Arbeitsplätze entstünden. Der Bauantrag sei gestellt, der DFB habe bereits mit Vorbereitungen begonnen.

Das neue Zentrum, das auch als neuer Standort für die DFB-Zentrale dienen soll, sei für die Sportstadt Frankfurt so wichtig wie es der Neubau der Europäischen Zentralbank für die Bankenstadt gewesen sei, sagte Frank. Es werde viele Fußballbegeisterte anlocken. Das bisher vom DFB genutzte, dann freiwerdende Areal an der Otto-Fleck-Schneise lasse sich zum Beispiel für die Organisation der Fußball-Europameisterschaft 2024 nutzen, für die sich Deutschland beworben hat.

Die Stadt sei nun dabei, das Gelände so vorzubereiten, wie sie das dem DFB schulde, sagte Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU). Die Stallungen sind bereits verschwunden. Das Quotenhaus sei geräumt und werde bald abgerissen. Die letzte offene Frage sei nun die Zukunft des Sarotti-Häuschens, das Alexa zu Solms-Wildenfels gehört, der Mutter des Rennklub-Vizepräsidenten, Carl-Philip zu Solms-Wildenfels. Dieses könne man etwa in den entstehenden Bürgerpark integrieren.

Im Sarotti-Häuschen kündigte der Rennbahn-Vize gestern weiteren Widerstand an. „Hier passiert nichts“, sagte zu Solms-Wildenfels. Das Häuschen, in das jüngst eingebrochen worden sei, werde saniert – „als Zeichen, das wird hier nicht weggehen.“

Solms-Wildenfels machte keinen Hehl daraus, dass der Widerstand gegen die Pläne für die DFB-Akademie bisher nicht allzu erfolgreich war. Die Urteile machten ihn nicht glücklich, sagte er. Sie erschütterten teilweise seinen Glauben in die Rechtsprechung.

Frank zeigte sich gelassen

Hoffnungen setzt der Rennklub-Vizepräsident aber noch in die für den 18. April anberaumte Verhandlung über die Räumungsklage der Stadt vor dem Bundesgerichtshof. Doch da der Zwölfte Senat des BGH bereits im September den Eilantrag des Rennklubs ablehnte, die Räumung des Geländes aufzuschieben, hat die Stadt längst Fakten schaffen können.

Solms-Wildenfels wies zudem auf die Bürgerinitiative hin, die Unterschriften für ein neues Bürgerbegehren unter dem Motto „Wohnen statt DFB“ sammelt. Frank zeigte sich gelassen. Auch das Bürgerbegehren werde für Solms-Wildenfels zu einer juristischen Sackgasse, sagte er. Schließlich handele es sich bei dem Areal um ein Siedlungsbeschränkungsgebiet.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Rennbahn

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