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Paradieshof in Frankfurt Kein Fortschritt am Paradieshof

Die Stadt Frankfurt und die European School of Design kommen sich beim Paradieshof nicht näher. Es geht ums Geld.

Paradieshof
Das Gebäude am Paradiesplatz verfällt zusehends. Foto: ROLF OESER (Rolf Oeser)

Die Zukunft des Paradieshofes in Alt-Sachsenhausen ist wieder offen. Die Stadt und die European School of Design, die das seit 2008 leerstehende Gebäude nutzen soll, haben unterschiedliche Vorstellungen über die Finanzierung des Umbaus und die Höhe von Miete oder Pacht. Die private Hochschule fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen. Schulleiter Detlef Wildermuth beklagte auf FR-Anfrage, Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) habe zuletzt im Februar mit ihm gesprochen. Das stimme zwar, erwiderte Schneider, in der Zwischenzeit habe die Stadt aber an einer Lösung für die Schule gearbeitet und von Wildermuth nichts mehr gehört.

Vor zwei Jahren hatte die Stadt einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem potenzielle Nutzer des städtischen Gebäudes ihre Konzepte vorlegen sollten. Willkommen waren Vorschläge aller Art, sofern sie geeignet sind, das Image des Viertels aufzuwerten. Alt-Sachsenhausen, so der Wunsch der Stadtoberen, sollte nicht länger nur als großes Ballermann-Viertel wahrgenommen werden, sondern auch als Quartier für Kultur – oder eben aber als Ort für eine Hochschule. Denn die derzeit in Bockenheim ansässige Schule gewann den Wettbewerb von zehn Einrichtungen – mit großem Abstand, wie Wildermuth erzählt.

Teurer Umbau nötig

Zwar wurde damals durchaus auch über Geld gesprochen. Aber wer den dringend nötigen Umbau des verfallenen Hauses bezahlt und wie viel Pacht oder Miete die Schule anschließend aufbringen muss, das wurde zumindest nicht schriftlich festgehalten. Und genau das ist mittlerweile ein Problem. Denn es scheint, als würden sich die Vorstellungen von Stadt und Design-Hochschule mit jedem Monat, der vergeht, immer weiter voneinander entfernen.

Die Kosten für den Umbau des Gebäudes taxiert Schneider mittlerweile auf knapp fünf Millionen Euro. Das kann und will die Hochschule nicht bezahlen. Doch die Stadt hat Bedenken, der Schule ein saniertes Gebäude hinzustellen und es ihr günstig zur Miete anzubieten. Dabei geht es Schneider gar nicht so sehr darum, dass ein anderer Investor monatlich mehr zahlen würde als die Hochschule. Die Stadt sorgt sich, die Einrichtung könne nach wenigen Jahren wieder ausziehen. Dann stünde Schneider da mit einem nach den Wünschen einer Design-Hochschule umgebauten Gebäude, das sich auf dem Markt kaum mehr anbieten ließe.

Eine Lösung könnte ein zwischengeschalteter Investor sein, doch erste Gespräche scheiterten. „Wir haben große Lust auf das Haus, doch wir müssen die Hand darauf haben und unsere Vorstellungen erfüllt sehen, sonst ergibt die Nutzung für uns keinen Sinn“, sagte Wildermuth. Gerne würde er selbst einen Interessenten suchen, der das Gebäude nach Maßgabe der Hochschule saniert, von der Stadt pachtet und an die Schule vermietet. Um einen solchen Investor zu finden, müsste er aber wissen, wie hoch der städtische Zuschuss für die Arbeiten am Haus ist und wie viel Erbpacht die Stadt verlangt. Die Zahlen seien ihm nie genannt worden.

Zumindest die Grünen in der Koalition sind von der Hängepartie genervt. Schneider müsse jetzt das direkte Gespräch mit der Schule suchen und eine Lösung finden, sagte die stellvertretende Fraktionschefin Ursula auf der Heide. Da der bisherige Standort zu klein für die Einrichtung geworden sei, stünde ansonsten zu befürchten, dass die Schule aus Frankfurt wegzieht.

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