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Oberrad Geschäftsleuten geht die Puste aus

Die langwierige Baustelle an der Offenbacher Landstraße in Oberrad sorgt für Umsatzeinbußen.

Baustelle
Manch ein Ladenbesitzer muss aufgeben, weil die Umsätze zu stark gesunken sind wegen der Baustelle. Foto: boeckheler

Etwa 3600 Euro nahm Ismail Hakki Sentürk mit seinem Geschäft, dem „Oberräder Schlappeflicker und Schlüsseldienst“ an der Offenbacher Landstraße, im Januar 2017 ein. Auf rund 1300 Euro kam er im Januar dieses Jahres. Der Grund für seinen Umsatzeinbruch sei die Baustelle vor seiner Tür. Dies erklärte Sentürk am Montag gegenüber Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), der Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung Michaela Kraft sowie anderen Gewerbevereins- und Ortsbeiratsmitgliedern.

Die Baustellensituation macht nicht nur Sentürk, sondern einem Großteil der Unternehmer an der Offenbacher Landstraße zu schaffen. Auch Betriebe, die nicht direkt an der Baustelle liegen, seien durch schlechte Erreichbarkeit betroffen. Einige Unternehmer beklagen Umsatzeinbußen von bis zu 60 Prozent.

„Ich weiß, mir schlägt damit jetzt keine große Sympathie entgegen,“ erklärte Oesterling vor den Unternehmern. „Doch Entschädigungsleistungen sind nach bestehender Rechtsordnung nicht möglich.“ Damit zerschlug er die Hoffnungen der Unternehmer auf Unterstützung durch die Stadt.

Weyland: „Wir haben doch eine Wirtschaftsförderung“ 

Auch OB-Kandidatin Bernadette Weyland (CDU) war gekommen, sagte: „Wir haben doch eine Wirtschaftsförderung. Es muss überlegt werden, wie man die Leute hier unterstützen kann.“ Dafür sei er nicht zuständig, die Forderung werde er aber an Stadtrat Markus Frank (CDU) weitergeben, entgegnete Oesterling.

Seit dem 24. April 2017 ist die Offenbacher Landstraße gesperrt. Im Februar 2018 sollten die Arbeiten abgeschlossen sein, im Baufeld gefundene Kellerfundamente sorgten jedoch für Verzögerungen. Derzeit sei eine Fertigstellung für Juni geplant, erklärte Kraft.

Eine von ihr ausgearbeitete Präsentation zur Baustellensituation durchzugehen – dafür fehlte den Unternehmern am Montag jedoch die Geduld. „Hier verschwinden Existenzen und wir unterhalten uns über Bauabschnitte,“ monierte ein Zuhörer. Die Kernaussage vieler Unternehmer: Sie werfen den Verantwortlichen Planungsfehler und Untätigkeit vor.

Eine weitere Forderung des Gewerbevereins: Die Stadt solle zur Fertigstellung eine öffentlichkeitswirksame Einweihungsfeier veranstalten. Hermann Schöninger, erster Vorsitzende des Gewerbevereins, sagte: „Viele Kunden kaufen ihre Waren mittlerweile woanders. Um sie zurückzugewinnen, müssen wir darauf aufmerksam machen, dass wir wieder erreichbar sind.“

Eine solche Feier könne unter Umständen stattfinden, sagte Oesterling. Für Ladenbesitzer Sentürk kommt eine Feier jedoch wohl zu spät. Ende des Monats werde er seinen 1994 eröffneten Laden schließen, sagt er. Dann wird er als Taxifahrer sein Geld verdienen.

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