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Oberrad Frankfurts erste Grüne-Soße-Königin

Susanne I. repräsentiert den Stadtteil Oberrad - und damit auch die berühmten Kräuter und Gärtnereien.

Susanne Reichert
Die neue Oberräder Grüne-Soße-Königin, Susanne Reichert. Foto: privat

Susanne Reichert hat viele Aufgaben. Sie ist Ehefrau, Mutter und engagierte Streiterin im Elternbeirat. Sie ist Autorin heiterer Kolumnen und Bücher und hilft nebenbei den Schriftstellerkollegen der Autorengruppe Rhein-Main bei der Pressearbeit. Sie ist auch Pressesprecherin der CDU Oberrad, gestrenges Frauchen eines jungen Bordercollies und assistiert Ortsvorsteher Christian Becker bei seinen vielen Aufgaben – wie streng sie dabei ist, ist nicht überliefert.

Und just, wenn man sich fragt, wo die 47-Jährige die Zeit für all das findet, übernimmt sie eine weitere Aufgabe: Sie wird Oberrads erste Grüne-Soße-Königin. Kai Abicht, Besitzer des Lokals „Grüne Soße und mehr“ hat sich den Titel ersonnen und auch die erste Besetzung erwählt. In Frankfurt gibt es für alles mögliche Majestäten, findet Abicht. Für Apfelwein, Brunnen, eine Rose. Nur für das Frankfurter Nationalgericht nicht. Das hat er geändert. 

Eigentlich kommt sie aus Bad Vilbel ... 

Neuland? Nicht für Susanne Reichert. Sie kennt sich aus mit den grünen Kräutern. Sie hat sich das Thema erarbeitet, mit allen, auch politischen Komponenten. Dabei ist Reichert gar keine Einheimische. Sie lebt mit Mann und Hund und drei Kindern in Bad Vilbel. Über Ihr Engagement im Elternbeirat hat sie Christian Becker kennen gelernt. Der ist gebürtiger Oberräder, Vorsitzender der örtlichen CDU, Ortsvorsteher des 5ers, Stadtverordneter, Geschichtslehrer in Bad Vilbel und ob seiner vielen Aufgaben im Stress.

Darum hat Becker das Organisationswunder Reichert für den Kommunalwahlkampf verpflichtet – und darüber hinaus. „Meine Familie war immer CDU-affin, also war das kein Problem für mich“, sagt Reichert. Oder vielmehr: Susanne I. „Ich bin froh, dass es die Soße ist und nicht etwa Sauerkraut“, scherzt sie.

Als Susanne I. trägt sie ein graues Kleid mit blauen Blumen und dazu eine breite grüne Schärpe. Dazu ein Krönchen auf dem Haupt. Alle nur erdenklichen Termine möchte sie allerdings nicht wahrnehmen. „Dafür bin ich zu alt.“ Sie wird sich die Rosinen herauspicken, die Auftritte, auf denen sie Werbung für den Stadtteil machen kann, für die Grüne Soße und die Gärtnereien.

Engagement für die Oberräder Wirtschaft 

In den vergangenen Monaten ist sie viel mit den Gärtnern unterwegs gewesen. Es hat Probleme gegeben mit den Entwässerungsgräben, auch mit Zufahrten zu den Betrieben. Reichert hat sich engagiert, hat vermittelt, politische Initiativen auf den Weg gebracht. Regelrecht erschrocken habe sie der Umgang mit der lokalen Wirtschaft. „Man schmückt sich mit der Grünen Soße und den Gärtnereien“, sagt sie. „Aber wenn Not am Mann ist“, falle die Unterstützung wesentlich unterkühlter aus, findet sie.

Die besten Gärtnereien gibt es in Oberrad, das hat Reicherts Mutter schon immer gesagt. Als Susanne I. noch in Offenbach gewohnt hat – einzig der schönen Wohnung wegen – und alle Balkonblumen in Oberrad eingekauft hat. Heute möchte sie ihr neues Amt nutzen, um für den Stadtteil zu streiten. „Ich sehe, wie die Geschäftsleute wegen der Sperrung der Offenbacher Landstraße kämpfen müssen.“

Der Stadtteil sei es wert, er „bietet eine gute Mischung“, sagt Susanne I. Oberrad ist gleichermaßen familiär und dörflich wie nahe an der Stadt gelegen. Umgeben von Grün und gleichzeitig angebunden ans urbane Zentrum – wenn die Tram denn mal wieder rollt. Es gibt ein gutes Miteinander, die Menschen sind offen, bodenständig, ehrlich, „nicht so schickimicki“. Und es sieht so aus, als hätten die Oberräder auch die passende Monarchin gewählt.

Die nächsten Termine von Susanne I.: Mittwoch, 16. Mai, Grüne Soße-Festival auf dem Rossmarkt. Am Samstag, 16. Juni, beehrt die Grüne Soße-Königin auch das Stadtteilfest in Oberrad.

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