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Oberrad Die Hütten müssen weichen

Der Abenteuerspielplatz von Oberrad liegt im Landschaftsschutzgebiet - und dort darf es keinen Bauplatz geben.

Bauspielplatz Oberrad,
Zu viele Hütten für ein Landschaftsschutzgebiet. Foto: Michael Schick

Kürzlich hat sich die gesamte Stadtverwaltung auf dem Abenteuerspielplatz in Oberrad getroffen. Gut, das ist jetzt übertrieben. Aber es sind doch immerhin an die 20 Personen aus vier verschiedenen Ämtern gewesen, die das Areal in der Nähe des Scheerwald-Parkplatzes inspiziert haben. Das Signal ist klar: Die Stadt möchte den Abenteuerspielplatz erhalten.

„Das ist gewollt“, sagt auch Susanne Feuerbach, die Leiterin des Kinderbüros. „Aber nur in dem Maß, wie es genehmigungsfähig ist.“ Das Problem: So wie sich der Abenteuerspielplatz präsentiert, ist er nicht genehmigt. Das etwa 800 Quadratmeter große Areal liegt im Landschaftsschutzgebiet. Er ist aber als Bauspielplatz genutzt. Unzählige Holzhäuser stehen dort. Erlaubt ist: eine Hütte. Zwei mal drei mal fünf Meter umbauter Raum.

„Es ist nun einmal ein Landschaftsschutzgebiet“, betont Michael Lennartz aus dem Grünflächenamt. Die Stadt müsse da alle gleich behandeln, Hobbygärtner wie Kinder. Wer zu viel baut, versiegelt Fläche. Darum möchte die Stadt das Konzept des Areals ändern. Es soll nicht mehr Bauspielplatz sein, sondern Spielplatz, auf dem auch gebaut werden darf. Aber nicht nur. Das hat nicht einmal nur rechtliche Gründe, sagt Lennartz. Das neue Konzept soll Stadtkinder auch mehr mit Natur in Berührung bringen. Sie sollen planschen, wühlen, pflanzen – Blumen und Gemüse ziehen. Eben Natur erfahren.

Pädagogischer Abrisseinsatz

Jetzt müssen aber erst einmal die Hütten weg. Die Stadt lässt sie abbauen – gemeinsam mit den Kindern der umliegenden Einrichtungen. Ein pädagogischer Abrisseinsatz sozusagen. Der Bauwagen kommt ebenfalls weg, die Bühne bleibt. Dann müssen sich die Akteure wieder zusammen setzen und das Konzept entwickeln. „Mehrere Institutionen haben Interesse angemeldet, wollen dort Angebote machen“, sagt Feuerbach.

Und dann gilt es, eine weitere Hürde zu überspringen, einen Träger zu finden. Jemanden, „der in die Haftung geht“, wie Feuerbach sagt. Gar nicht einfach, da hat es in den vergangenen Jahren ein bisschen gehakt. Die Stadt kann keine institutionelle Förderung anbieten, also das Projekt nicht dauerhaft finanzieren. 2014 hat der Verein Abenteuerspielplatz Riederwald mit 20 000 Euro Anschubfinanzierung aus dem Sozialrathaus Sachsenhausen losgelegt. 2015 hat sich der Verein zurückgezogen.

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