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Oberrad Angst vor dem Chaos

Die Stadt saniert ab dem 24. April die Offenbacher Landstraße. Bürger fürchten Staus und Schleichverkehr.

Am 24. April beginnen die Arbeiten. Foto: christoph boeckheler 0049.1702932067 mail@boeckheler.com

Ein Sturm der Entrüstung ist es nicht, der da am Donnerstag Abend durch den Saalbau Oberrad fegt. Eher ein steter Luftzug der Sorge. Das Amt für Straßenbau und Erschließung ist mit VGF und Traffiq in Mannschaftsstärke angerückt, um die Sanierungspläne für die Offenbacher Landstraße zwischen Scheerengasse und Buchrainplatz vorzustellen. Die Oberräder hören geduldig zu.

Die Arbeiten sollen immerhin 43 Wochen dauern. In der Zeit ist die Straße für Durchgangsverkehr gesperrt. Am 24. April geht’s los. Abschluss soll im Februar 2018 sein. Die Anlieger sollen die Häuser und Geschäfte so gut wie möglich erreichen können. Die Route der Tramlinien 15, 16 und 18 ist 40 Wochen lang dicht.

Ein recht komplizierter Ersatzverkehr mit Bussen soll Oberrad weiterhin mit der Außenwelt verbinden. Gelenkbusse fahren über die Wehrstraße auf die Gerbermühlstraße weiter in Richtung Lokalbahnhof. Bis zu 150 Fahrgäste passen in ein Gefährt, beteuert Torsten Jordan von der VGF. Der Quartiersbus 81 kann nicht fahren. Der 82er macht dafür einen Schlenker über Goldbergweg und Balduinstraße, die Einbahnregelung wird für den Linienverkehr aufgehoben.

Die Tramlinie 16 verkehrt weiterhin zwischen Ginnheim und der Haltestelle Balduinstraße. Der Westen des Stadtteils ist also gut zu erreichen. Die Planer denken noch darüber nach, an der Haltestelle einen Fahrradabstellplatz für Pendler einzurichten.

Kosten von 10 Millionen Euro

Zehn Millionen Euro wird der Umbau kosten. Die Stadt will die komplette Fahrbahn erneuern und das Pflaster durch Asphalt ersetzen, das wird dann leiser. Es wird in beiden Richtungen Radschutzstreifen geben. Die Zahl der Stellplätze reduziert sich nach dem Umbau von 104 auf 89.

Die VGF wird die Gleise erneuern. Die Tram soll weiter in die Mitte der Fahrbahn rücken. Die Stromtrassen für die Oberleitung sollen nicht mehr an den Häusern befestigt sein, sondern an Masten. Die Haltestelle Bleiweißstraße wird barrierefrei, allerdings ein paar Meter weiter als sie bislang zu finden ist – aus Platzgründen. Neu werden auch die Wasser-, Gas-, Strom- und Telekommunikationsleitungen.

Ein umfangreiches Projekt. Michael Wejwoda, Abteilungsleiter im Amt für Straßenbau und Erschließung, versucht zunächst, das Publikum mit eine Fülle an Fakten zu erschlagen. Er glänzt aber auch mit sonorer Stimme und geduldigen Antworten.

Im Grunde sind die Oberräder auch froh, dass die Straße endlich saniert wird, nach „einem Vierteljahrhundert“ an Planung, wie Rainer Klapproth (Ortsbeiratsmitglied der Grünen) sagt. Aber so richtig vorstellen können sich die Oberräder die kommenden Monate nicht. Sie haben Angst vor Schleichverkehr durch die Seitenstraßen und über die Felder. Sie erwarten Staus auf der ohnehin recht frequentierten Gerbermühlstraße. Der Umbau des Kaiserlei-Kreisel hat just begonnen, nicht auszudenken wie sich das auf den Verkehr auswirkt. Die Oberräder fürchten, dass die Kinder deswegen zur spät zur Schule kommen. Überdies halten manche die Zeitangaben für allzu optimistisch. Die Sanierung der Haltestelle Balduinstraße und dem entsprechenden Abschnitt der Offenbacher habe 13 Monate gedauert, erinnert eine Bürgerin.

Es wird nicht die letzte Info-Offensive sein. Das Amt für Straßenbau und Erschließung wird eine Telefonhotline schalten, sagt Leiterin Michaela Kraft. Am 25. März gibt es ein Pressekonferenz dazu. Über die jeweiligen Bauabschnitte informiert die Stadt durch Aushänge an den Häusern und Wurfsendungen in den Briefkästen. Vertreter des Amtes sollen sogar an zwei Stunden in der Woche in einer Info-Box vor Ort sein.

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