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Goetheturm in Frankfurt Jagd nach Brandstifter erhält neuen Schwung

Ein Jahr nach der Brandstiftung am Frankfurter Goetheturm hoffen die Ermittler auf die Hilfe der Bevölkerung. Für die Ergreifung des Täters soll eine Geldprämie ausgelobt werden.

Großbrand Goetheturm
Der Anschlag auf den Goetheturm war für viele Menschen aus Frankfurt und Umgebung ein Schock. Foto: Rolf Oeser

Zum ersten Jahrestag der Brandstiftung soll wieder etwas mehr Schwung in die Ermittlungen kommen. Wie die FR erfuhr, soll eine Geldprämie auf die Ergreifung des Täters ausgelobt werden. Die Hinweise seien „ein bisschen verebbt“, sagt Kriminaldirektorin Anke Schumacher und ergänzt: „Ich habe mir mehr Hinweise aus der Bevölkerung erhofft.“ 

Möglicherweise habe der Täter mit seinen Taten irgendwo im Internet oder im Bekanntenkreis geprahlt. Die Kriminaldirektorin hofft, mit dem Aufruf vielleicht Leute zu motivieren, die Zweifel haben und sich nicht trauen, die Polizei anzurufen. „Wir würden dem Ganzen sensibel nachgehen“, verspricht Schumacher, die Leiterin der Inspektion 10 (Kapitaldelikte) ist, zu der auch das Fachkommissariat K15 gehört, in dem die Spezialisten für Brände, Waffen und Sprengstoff zusammengefasst sind. 

Unmittelbar nach der Tat hatte das K15 die Arbeitsgruppe (AG) Holz ins Leben gerufen. Denn der Brand am Morgen des 12. Oktober 2017 war schon das dritte Feuer, das ein öffentlich zugängliches Holzgebäude in Frankfurt in Schutt und Asche legte. 

Am 1. Mai hatte der Pavillon im Koreanischen Garten gebrannt, genau einen Monat später war der Pavillon im Chinesischen Garten in Flammen aufgegangen. Doch kein Feuer hatte die Frankfurter so bewegt wie der Brand des Goetheturms, das Wahrzeichen im Stadtwald, mit dem viele Kindheits- und Jugenderinnerungen verbinden. „Wir wissen das, deswegen stecken wir viel Herzblut in die Ermittlungen“, so Schumacher.

Doch der entscheidende Durchbruch lässt auch zwölf Monate später noch auf sich warten. Zu Spitzenzeiten waren 15 Beamte  in der AG Holz beschäftigt. Derzeit sind es noch zehn Ermittler, die regelmäßig zusammenkommen, um auf der Suche nach dem großen Unbekannten die neuesten Ermittlungsansätze zusammenzutragen. Viel Neues gibt es derzeit nicht zu berichten, wie Kriminaldirektorin Anke Schumacher verrät. „Wir haben schon ganz viele Spuren abgearbeitet.“

Darunter waren auch viele Spuren, bei denen nicht ganz klar war oder ist, ob sie dem Brandstifter des Goetheturms oder irgendeinem anderen Zündler zuzuordnen sind. „Es hat dieses Jahr viel gebrannt, das Fachkommissariat K15 war viel beschäftigt“, gibt Schumacher zu bedenken. Anfang des Jahres gingen viele Autos in Flammen auf, die AG Holz übernahm auch diese Ermittlungen, obwohl die Brandstiftungen vermutlich nichts mit den exponierten Großbränden an den Holzbauten zu tun haben. 

Hoffen auf Fehler des Täters

Zwischenzeitlich hatte sich die AG Holz auch die Unterstützung der Operativen Fallanalyse (OFA) beim Landeskriminalamt geholt. Die landläufig „Profiler“ genannten Ermittler versuchten zu ergründen, was das für ein Mensch sein könnte, der ein beliebtes Ausflugsziel anzündet. Diese Frage und weitere treiben auch die AG Holz seit einem Jahr um. „Wenn wir den Täter haben, klären sich wahrscheinlich ganz viele unserer Fragen“, hofft Schumacher. Die OFA ist aktuell nicht mehr mit dem Fall befasst. „Es war aber ein gutes Mittel, sie haben versucht die Perspektive des Täters einzunehmen und uns weitergeholfen“, so Schumacher. 

Wie bei jeder Serie hoffen die Ermittler, dass der Täter irgendwann einen Fehler macht. Doch die letzte Brandstiftung an einem Holzgebäude, dem Blauen Haus in Niederrad, liegt schon fast neun Monate zurück. Brandstifter handeln irrational und sind meist emotional instabil. Möglicherweise hat der Täter sich aber auch gefangen, etwa durch eine neue Beziehung.
Dennoch wollen die Ermittler den Täter natürlich schnappen und hoffen auf neue Hinweise. Für einen Aufruf in der Fernsehfahndung von „Aktenzeichen XY“ hält Schumacher den richtigen Zeitpunkt noch nicht für gekommen: „Der Fall ist noch nicht ausermittelt, ich bin zuversichtlich, dass wir ihn schnappen.“ 

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