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Goetheturm Frankfurt Alle wollen den Goetheturm zurück

Hunderte spenden für das abgebrannte Wahrzeichen. Die Stadt prüft, wie ein zügiger Wiederaufbau möglich sein könnte.

Goetheturm
Der Goetheturm wurde durch ein nächtliches Feuer völlig zerstört. Foto: Michael Schick

Die Frankfurterinnen und Frankfurter wollen ihren Goetheturm zurück, so viel ist klar. Nach dem verheerenden Brand im Stadtwald in der Nacht zu Donnerstag, haben bereits Hunderte ihrer Trauer über die Zerstörung des Wahrzeichens Taten folgen lassen und Geld für den Wiederaufbau gespendet.

Die Stadt hatte vergangene Woche zwei Spendenkonten eingerichtet. Stand Montagmittag hatten 235 Personen insgesamt 25.546,40 Euro auf eines der Konten überwiesen, darunter war die Frankfurter Sparkasse mit 10.000 Euro, teilte Ralph Klinkenborg, Sprecher von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), mit. Auf das zweite Konto zahlten 197 Spenderinnen und Spender eine Gesamtsumme von 10.652,92 Euro ein, die Naspa-Stiftung gab weitere 10.000 Euro.

Spendenzusagen „im sechsstelligen Bereich“ sind zudem beim kurzfristig gegründeten Verein zum Wiederaufbau des Frankfurter Goetheturms eingegangen, wie dessen Sprecher, der Rechtsanwalt und CDU-Stadtverordnete Christoph Schmitt sagte. Schmitt hatte den Verein gemeinsam mit weiteren Anwaltskollegen gegründet - „aus persönlicher Verbundenheit. Wir sind Frankfurter und wünschen uns alle, dass der Turm so originalgetreu wie möglich wieder aufgebaut wird“.

In der Stadtpolitik müssen die verschiedenen Optionen des Wiederaufbaus zunächst geprüft werden. „Keiner will es auf die lange Bank schieben. Allen Beteiligten ist klar, dass es zügig gehen soll“, sagte Baudezernent Jan Schneider (CDU) der FR. Gleichwohl wolle er zum jetzigen Zeitpunkt den Bürgerinnen und Bürger keine Hoffnungen machen, die am Ende möglicherweise nicht erfüllt werden könnten.

Zunächst müsse „verwaltungsintern untersucht werden, was gemacht werden kann, bevor man politisch entscheiden kann, was gewünscht ist“. Am Montag habe es bereits erste Beratungen mit dem Hochbauamt gegeben. Auch Bauaufsicht und Grünflächenamt seien einbezogen; es gelte baurechtliche Vorschriften zu prüfen, etwa zu Material und Entfluchtung des Turms, sagte Schneider. Er und seine Magistratskollegen machten sich auch Gedanken, „wie wir die Bürger einbeziehen können“.

Diese organisieren sich bereits. Am Montagabend kamen Anwohnerinnen und Anwohner vom Sachsenhäuser Berg und aus Oberrad zum zweiten Treffen der Bürgerinitiative für den Wiederaufbau des Gotheturms zusammen. „Wir wollen uns positionieren, damit uns da nicht am Ende ein futuristisches Konstrukt in den Wald gesetzt wird, das sich nicht in die Landschaft einfügt“, sagte Sprecher René Hoffmann vorab der FR. „99 Prozent der Leute wollen den Goetheturm so, wie er war.“

Wie es zu dem Brand kam, ist derweil weiterhin unklar. „Unsere Ermittlungen gehen weiter in Richtung Brandstiftung“, sagte Polizeisprecherin Isabell Neumann der FR. Bislang gebe es aber „keine heiße Spur“, die diesen Verdacht erhärte, auch wenn viele Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen seien. Alle Spuren seien gesichert und zur weiteren Auswertung ins Labor geschickt worden. Näheres wisse man frühestens Mitte der Woche.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Goetheturm Frankfurt

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