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Gastronomie in Frankfurt Alt-Sachsenhausen soll weg vom Ballermann-Image

Die Stadt Frankfurt unterstützt die Initiative AltSaxNeu mit 20.000 Euro. Alt-Sachsenhausen soll nicht mehr nur Schnapstouristen anlocken.

Alt-Sachsenhausen
In Alt-Sachsenhausen soll weiterhin gefeiert werden, aber nicht mehr so ausufernd. Foto: Christoph Boeckheler

Mit „Shishahausen“, Ballermann-Vergleichen, mit schmutzigen, zu dunklen Gassen sowie ausufernder Junggesellenabschiedsfeierei soll Schluss sein. „In Alt-Sachsenhausen soll natürlich weiter gefeiert werden, aber eben auch wieder gelebt und gewohnt werden können“, sagt Frank Winkler am Mittwoch bei der Vorstellung der Initiative AltSaxNeu.

Seit drei Jahren betreibt Winkler die historische Schankwirtschaft „Daheim im Lorsbacher Thal“ und zusammen mit anderen Alt-Sachs-Machern wie Denise Omurca, Betreiberin der Hotel- und Gästegemeinschaft „Libertine Lindenberg“ in der Frankensteiner Straße, oder Jürgen Vieth, Wirt unter anderem des „Oberbayern“, hat er sich zusammengeschlossen. Als Initiative AltSaxNeu wollen sie die positiven Seiten des Viertels wieder in den Vordergrund rücken und andere Betreiber fern von Shishabars und ein Publikum, das nicht wegen „Ficken für 1,20 Euro“-Schnaps kommt, anlocken. Ziel sei aber kein gentrifizierter Stadtteil.

20.000 Euro von der Stadt

Die Stadt unterstützt die Initiative. „Wir wollen das Projekt begleiten, aber das geht alles auch nur, weil die Leute aus dem Viertel von sich aus Initiative zeigen“, sagt Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker (CDU). „Wir geben der Initiative als finanzielle Unterstützung erst mal 20.000 Euro“, sagt Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU). Davon könnte beispielsweise auch eine Stelle als „Ortsdiener“, so etwas wie ein Hausmeister des Viertels, als Minijob vergeben werden. Denn zum Plan der Initiative gehört auch, das Müllproblem – vor allem mit Sperrmüll, der zum Beispiel am Paradiesplatz illegal abgestellt wird – in den Griff zu bekommen. „Gerne soll ein Rentner, der sich im Viertel auskennt, Straßen und Plätze kontrollieren und bei Bedarf die FES verständigen“, sagt Winkler.

Auch seien sie gerade im Gespräch mit der FES, damit diese im Viertel größere Mülleimer aufstellt: „Dann landet auch der Pizzakarton im Müll und nicht daneben, weil der Schlitz zu klein ist.“ Für neue Betreiber soll es Ansprechpartner geben. Zudem stehen auf dem To-do-Zettel: dunkle Ecken beleuchten, das Viertel begrünen, Lärm reduzieren und die Straßen von der Vielzahl der Junggesellenabschiede befreien. Der letzte Punkt soll mit einem positiven Gegenangebot erreicht werden: Seit vorigem Sommer läuft auf dem Paradiesplatz der Freitagsmarkt. Diesen hat Partyveranstalter Uli Schlepper, auch Mitglied der Initiative gemeinsam mit Vieth, mit dem er auch seit drei Jahren den dortigen Weihnachtsmarkt organisiert, initiiert. Das Angebot werde super angenommen.

Vielleicht klappt es so auch mit einem New-York-Times-Artikel wie beim Bahnhofsviertel, das ebenfalls durch Eigeninitiative der Bewohner und Kreativen hip wurde. Dieses Beispiel nennt Markus Frank. „Aber das ist kein 100-Meter-Lauf, sondern ein Marathon.“

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