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Frankfurt-Schwanheim Proteste für mehr Hortplätze

Überall in Frankfurt fehlt es an Plätzen in der Nachmittagsbetreuung von Grundschulkindern. Schwanheimer Eltern ziehen deshalb auf die Straße.

Frankfurt-Schwanheim
Die Demo umrundet St. Mauritius. Foto: Christoph Boeckheler

Die Forderung ist klar: „Wir wollen mehr Hortplätze!“ Das skandieren Kinder, Mütter und ein paar vereinzelte Väter bei der Protestkundgebung auf dem Spielplatz der Kirche St. Mauritius am Donnerstag Nachmittag. Sie trillern und rufen, rasseln und hupen, dass es bis zum fernen Römerberg schallt.

Die Eltern fürchten, ihre Arbeitsplätze aufgeben zu müssen – wenn ihre Kinder in die Grundschule kommen und damit nicht mehr bis zum Nachmittag betreut sind. „Die Familien sind oft auf das doppelte Einkommen angewiesen“, sagt Marita Kneisel, die Schwanheimer Kinderbeauftragte.

Am 22. Mai übergibt Kneisel dem Bildungsdezernat eine Petition. 796 Schwanheimer haben bislang unterzeichnet. Sie fordern den Ausbau der Betreuungsplätze für Grundschulkinder. Und dass die Stadt endlich die Pläne zur Erweiterung der August-Gräser-Schule umsetzt.

284 von 522 Grundschüler hatten vergangenes Jahr einen Betreuungsplatz. „Das ist eine Quote von 54,5 Prozent“, sagt Kneisel. Damit liegt Schwanheim im städtischen Schnitt, sagt Linken-Stadtverordnete Dominike Pauli süffisant. Was heißt: Es brennt in allen Stadtteilen.

Das sagt auch Alix Puhl, die Stadtelternbeirätin. Sie will Solidarität zeigen. Und vernetzen. „Es ist wichtig, dass die Initiativen zueinander finden.“ Um so mehr politischen Druck aufbauen zu können. Den Schritt hat Marita Kneisel bereits geplant. Einige Kinderbeauftragte seien an sie heran getreten – mit der Idee, einen stadtweiten runden Tisch einzuberufen.

Denn: Im Februar haben sich Eltern aus Bornheim im Ortsbeirat 4 beschwert, im April sind die Heddernheimer in ihrem Ortsbeirat vorstellig geworden. Eltern aus dem Gallus haben kürzlich der Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) 1140 Unterschriften für mehr Hortplätze übergeben. Der Druck zeigt Wirkung. Das Dezernat hat für das Gallus Abhilfe versprochen. In Kalbach soll es bald zusätzliche Plätze geben. Auch den Schwanheimern teilt Dezernentin Weber mit, dass sie mit dem Stadtschulamt an kurzfristigen wie perspektivischen Lösungen arbeite.

Die Stadt will wieder Hortplätze schaffen – nachdem sie das lange zugunsten des Ausbaus von Ganztagsschulen vernachlässigt hat. Für den Haushalt 2017 und 2018 hat die Dezernentin mehr Geld für die Nachmittagsbetreuung beantragt. Beschlossen ist das allerdings noch nicht. Das Dezernat prüfe auch, wie die Betreuungsplätze an der August-Gräser- und Minna-Specht-Schule in Schwanheim zu erweitern wären. Und es sucht nach Alternativ-Räumen, in denen Kinder betreut werden könnten.

Viele Möglichkeiten gibt es im Stadtteil da nicht, sagt Michael Wanka, Schwanheimer SPD-Mann im Ortsbeirat 6. Das alte Gemeindehaus der Martinusgemeinde steht leer. Der Regionalverband hat gegenüber ein neues, kleineres errichtet. Bestimmt hat der Verband andere Pläne mit dem Gebäude, sagt Wanka, aber vielleicht könne die Stadt dort etwas erreichen. sky

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