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Frankfurt-Schwanheim Kein Siesmayer-Park

Bürger würden den Goldsteinpark gerne nach seinem Schöpfer, dem Gartenarchitekten Heinrich Siesmayer, benennen. Doch die Stadt Frankfurt fürchtet eine Verwechslungen mit der Straße am Palmengarten.

Frankfurt-Schwanheim
Der Goldsteinpark wird nicht zum Siesmayer-Park. Foto: Rolf Oeser

Der Goldsteinpark wird vorerst seinen Namen behalten. In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 6 haben Bürger vorgeschlagen, das Areal nach seinem Schöpfer zu benennen, dem Frankfurter Gartenarchitekten Heinrich Siesmayer. Die Stadt sieht das Ansinnen aber kritisch.

Eine Siesmayerstraße gibt es bereits im Westend. Sie führt von der Bockenheimer Landstraße am Palmengarten vorbei. Einen Siesmayer-Park dürfte es nach städtischer Satzung nur in unmittelbarer Nähe der Straße geben. So wie bei der Beethovenstraße und dem Beethovenplatz, da sich beides im Westend befindet.

Die strengen Regeln hat sich die Stadt aus Gründen der Sicherheit gegeben. In Notfällen ist die Verwechslungsgefahr groß, sagt Stefan Woelk vom Stadtvermessungsamt. Woelk erinnert an den tragischen Todesfall bei der Europameisterschaft 2012, als der Notarzt nicht zur Unfallstelle an der Inheidener Straße in Bornheim gefahren war, sondern an die Ginnheimer Straße in Bockenheim.

„Ein Siesmayerpark in Goldstein wird nicht funktionieren“, sagt Woelk darum. Das Ansinnen des Ortsbeirats 1, die Fläche gegenüber der Alten Brücke, zwischen Kurt-Schuhmacher-Straße und Fahrgasse nach Schopenhauer zu benennen, hat die Stadt 2013 ebenfalls abgelehnt – mit Hinweis auf die bereits existierende Schopenhauerstraße im Nordend. Das Areal heißt darum heute Fischerplätzchen.

Der Palmengarten begeht dieser Tage den 200. Geburtstag von Heinrich Siesmayer. Der große Gärtner hat auch diesen Park erschaffen. In Deutschland gibt es aber noch keine einzige Grünfläche, die den Namen Siesmayers trägt. Das sagt Horst Claußen aus Bad Nauheim. Der kennt sich aus. Er ist Kreisgärtnermeister, offizieller Botschafter der Wetterau und gestählt aus 40 Jahren, in denen er die Frankfurter Messe begrünt hat.

Mehr Bänke wären schön

Claußen ist auch Goldsteiner Bub, Jahrgang 1938, der 1966 erst in die Wetterau gezogen ist und die Heimat noch immer im Herzen trägt. „Der Goldsteinpark war die erste Grünanlage, die Siesmayer in Eigenregie angelegt hat“, das hat Claußen dem Ortsbeirat 6 jüngst vorgetragen. Unterstützt hat ihn sein alter Freund, das Goldsteiner Urgestein Karl Leißner. Leißner ist seit 28 Jahren Pate des Parks. Auch er wirbt dafür, das Areal nach Heinrich Siesmayer zu nennen.

Es wird sie nicht freuen, dass ihre Idee nicht umsetzbar scheint. Vielleicht haben sie mit ihrer anderen Bitte mehr Erfolg. Die Stadt möge den Park aufhübschen, ihm wieder ein Zentrum geben, etwa mit Bänken – damit auch mehr Leute das Grün wieder nutzen. Auf der To-Do-Liste des Grünflächenamts steht der Park tatsächlich. Aber aus Personal- und Geldmangel hat die Stadt die Renovierungsarbeiten stets aufschieben müssen.

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