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Frankfurt-Oberrad Kinderbeauftragter fordert Grillverbot im Scheerwald

Der Oberräder Kinderbeauftragte fordert ein Grillverbot für den Spielpark Scheerwald. Hunderte Besucher hätten das Areal mit Müll übersät und alles zugeparkt.

Frankfurter Stadtwald
Im Spielpark Scheerwald soll es sich bald ausgegrillt haben. Foto: Rolf Oeser

Roland Limberg schlägt Alarm. Der Oberräder Kinderbeauftragte sieht den Waldspielpark Scheerwald ernsthaft gefährdet. „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir den Platz in Zukunft überhaupt bespielbar machen.“ Am ersten schönen Wochenende der Saison, also voriges Wochenende, sei er das nicht mehr gewesen. Der Grund: ein Massengrillen.

„Alles war zugeparkt“, sagt Limberg. Und damit meint er nicht nur die offiziellen Stellplätze. Sondern alles. „Die Leute sind durch den Wald gefahren, haben Feuerwehrzufahrten zugestellt.“ Und das keineswegs aus Versehen oder aus Unkenntnis der Gegebenheiten: Manche hätten ihre Nummernschilder abmontiert, damit sie keinen Strafzettel bekommen.

„Der Zustand ist nicht haltbar“

Die Polizei sei vor Ort gewesen, habe aufgeschrieben und ein paar Fahrzeuge abgeschleppt. Aber irgendwann kapitulieren sogar die Ordnungshüter. „200 Autos haben auf der Wiese geparkt“, sagt Limberg. Die Grillplätze alle belegt. Kein Grund umzukehren: Grillen hätten ihre Kohle auch auf der Minigolfbahn entzündet, zwischen Spielgeräten, im Wald, „eigentlich überall“.

„Der Zustand ist nicht haltbar“, sagt Limberg. Nicht nur sei die Stimmung sehr aggressiv gewesen, die Gäste hätten überall Müll hinterlassen und ihre Notdurft. Die öffentliche Toilettenanlage sei noch geschlossen gewesen. Weil die Stadt den Heinrich-Kraft-Park in Fechenheim wegen ähnlicher Zustände fürs Griller gesperrt hat, eskaliere es nun in Oberrad, glaubt Limberg. Da wäre es ihm lieber, auch die Oberräder Feuerstellen zu schließen, damit der Platz wieder für die Kinder aus dem Frankfurter Süden zu nutzen ist.

Verschlimmert, so steht es zu befürchten, wird die Lage durch einen weiteren ungebetenen Gast: den Waschbären. Zumindest sieht Eugen Müller vom Bürgerverein Oberrad da einige Probleme auf den Süden zukommen. Der Waschbär sei zwar ein possierlicher Geselle. Er habe aber keine natürlichen Feinde, dafür sei er Fressfeind von vielen, etwa von Vögeln. Gerade wenn Grillreste offen herumliegen, könne das zu einem großen Wachstum der Population führen. Müller schlägt darum vor, die Mülleimer im Quartier mit schweren Deckeln zu versehen.

Derweil gehen die Überlegungen in der Stadt tatsächlich in Richtung Grillverbot. Das berichtet Ortsvorsteher Christian Becker (CDU). Besucher hätten gar auf dem dritten Fußballplatz der Spielvereinigung Oberrad geparkt. Das habe ihm Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) bestätigt, sagt Becker. Eigentlich wäre es schön, die Möglichkeit zu grillen im Scheerwald zu erhalten. Aber nicht, wenn es solche Auswüchse gebe. „Es ist auch eine Unverschämtheit den städtischen Mitarbeitern gegenüber“, die das Chaos am nächsten Tage aufräumen müssten.

Wie auch immer: Der Ortsbeirat müsse tätig werden, sagt Becker, zumal sich die Bürger auch beschwerten, dass immer weniger Spielgeräte, Tische und Bänke zur Verfügung stünden. Auch Radständer seien gewünscht.

Ortsvorsteher Becker lädt alle Freunde des Waldspielparks für Donnerstag, 19. April, 18 Uhr zur Begehung der Anlage ein. Thema soll auch die anstehende Sanierung des Wassersprühfeldes sein. Treffpunkt ist der Grillplatz am Waldspielpark.

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