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Frankfurt-Niederrad Fluglärm macht schlaflos

Am Stand der Frankfurter Rundschau und der Stabsstelle für Fluglärmschutz sprechen Anwohner im Frankfurter Stadtteil Niederrad über ihren Ärger.

Stand der FR
Der Andrang am Stand war groß. Die meisten Besucher klagten ihr Leid über den Fluglärm. Foto: Monika Müller

Es ist Punkt 15 Uhr, als die ersten Gäste an den Stand der FR und der Stabsstelle für Fluglärmschutz am Bruchfeldplatz kommen. Sie alle sind erschienen, um sich ihren Frust von der Seele zu reden. Ihren Frust über Fluglärm.

Den Anfang macht Hein Gögelein. Der Professor im Ruhestand wohnt in der Waldfriedsiedlung in Niederrad und er hat ein konkretes Anliegen. Ihn stört die Abflugroute „07-N(kurz)“, die direkt über seinen Stadtteil führt. Die städtische Fluglärmbeauftragte Ursula Fechter kennt das Problem. Sie erzählt von der möglichen neuen Route „07 Ultralang“, die einst von der „Allianz für Lärmschutz 2012“ vorgeschlagen, aber nie umgesetzt wurde. Unter anderem wegen der dadurch entstehenden Lärmbelästigungen in anderen Gegenden.

Dieses Problems ist sich auch Gögelein bewusst. Genauso wie er weiß, dass am Stand keine Lösungen präsentiert werden können. Aber er freut sich, über seinen Ärger reden zu können. Ein Ärger, der sich unter anderem darin zeigt, „dass ich oft mit meinen Büchern im Rucksack mit dem Fahrrad irgendwo hinfahre, um zu arbeiten. Zu Hause fehlt mir dafür die Ruhe.“

Die fehlt auch Ramona Greubel-Orth, die in der Nähe des Oberforsthauses wohnt. „Um 5 Uhr geht es los mit den ersten Fliegern“, gibt sie ihren morgendlichen Alltag wieder. Die Flugzeuge, die auf der Landebahn Nordwest landen, kämen alle über das Oberforsthaus - und damit über ihr Zuhause. „Meinen Garten kann ich seit Jahren nicht richtig genießen“, sagt Greubel-Orth. Seit 2011 ist sie daher bei jeder Montagsdemo am Flughafen gewesen.

Genauso wie Ulrike Lardy-Kövi, die – sie muss selbst darüber schmunzeln – in der Flughafenstraße wohnt. Fernsehen können sie wegen des Lärms nur selten, sie weiß von vielen Nachbarn, die weggezogen sind, weil sie es nicht mehr ausgehalten haben. Dabei ist es beiden Frauen wichtig, zu betonen, „dass wir nicht gegen den Flughafen sind. Aber es muss doch auch mal Schluss sein mit dem Ausbau.“

Dem stimmen Giesbert und Barbara Schulz-Freiwald zu. Die beiden sind vom Lerchesberg in Sachsenhausen zum Stand gekommen. Jeden Morgen seien sie ab 5 Uhr erst einmal zwei Stunden wach. Ihnen würde es schon reichen, wenn das Nachtflugverbot „einfach mal konsequent eingehalten werden würde“. Aber die dafür fälligen Strafen für Airlines, „die sind doch lächerlich“, echauffiert sich Frau Schulz-Freiwald.

Diesen Ärger teilen die Sachsenhäuser mit vielen Niederrädern. Und dass diese das Thema Fluglärm schon lange beschäftigt, zeigt ein Blick in die umliegenden Straßen. An der Ecke Bruchfeldstraße/Bruchfeldplatz steht ein Schaukasten der Bürgerinitiative Niederrad gegen die Flughafenerweiterung, in dem auch ältere Poster und Zeitungsartikel hängen. Ein paar Meter weiter, an der Straßenbahnhaltestelle „Schwarzwaldstraße“, klebt ein Aufkleber. Er fordert: „Fluglärm abwählen!“ Bei der Landtagswahl am 22. September 2013. 

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