Lade Inhalte...

Frankfurt Jubiläumsausstellung im Deutschen Filmmuseum

50 Jahre „2001: Odyssee im Weltraum“: Die Kuratoren des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt bereiten die Jubiläumsausstellung 2018 vor.

Deutsches Filmmuseum
Kurator Hans-Peter Reichmann mit originalen Filmplakaten aus dem Jahr 1968. Foto: peter-juelich.com

Jede Generation erlebt diesen Film neu und anders. Doch wer ihn gesehen hat, vergisst ihn nicht mehr. Vor 50 Jahren, am 2. April 1968, hatte „2001: Odyssee im Weltraum“ von Regisseur Stanley Kubrick seine Weltpremiere. In 143 Minuten stürzte der US-Regisseur alles um, was es bis dahin an Schauwerten, Klängen, Farben, Schnittfolgen in der Filmgeschichte gegeben hatte.

Nur in 48 Minuten des Films wird überhaupt gesprochen. Bilder und Musik dominieren. Und viele erinnern sich noch heute genau daran, wann und wo sie „2001“ zum ersten Mal gesehen haben. Bei mir war es das „Arkaden“-Kino in Wiesbaden Anfang der 70er Jahre. Unvergessen, dass am Ende des Films völlige Stille im ausverkauften Kino herrschte. Und dass sich dann Hunderte von Menschen zu minutenlangem Beifall erhoben.

Am 21. März 2018 eröffnet das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt die Jubiläumsausstellung. Ein Besuch bei Kurator Hans-Peter Reichmann in den Untiefen des Museumsdepots in Rödelheim, in dessen Gängen man sich verlieren kann. Der 62-Jährige ist seit Monaten intensiv mit den Vorbereitungen beschäftigt. Dazu gehört natürlich auch die Wiederbegegnung mit dem Film. „Ich habe ihn gerade noch einmal in der originalen 70-Millimeter-Version gesehen, und er hat nichts von seiner Wirkung eingebüßt.“ Nur noch wenige Kinos allerdings verfügen über eine entsprechende Ausstattung. Der kleine Saal des Filmmuseums kann in einem komplizierten Manöver – „das dauert fast einen Tag“ – entsprechend umgerüstet werden.

Auf 400 Quadratmetern breiten Reichmann und seine Mitkuratoren Tim Heptner und Nils Daniel Peiler die Entstehungsgeschichte des Films aus, und sie erzählen, welche große Wirkung „2001“ in Kunst und Kultur hinterlassen hat. Spuren von Kubricks Werk finden sich in mehr als 250 Filmen, aber auch in Musikvideos und Werbung, in Design, Malerei, Architektur und Poesie. „Im Erdgeschoss des Museums werden sie die Folgen des Films sehen“, sagt Hans-Peter Reichmann. Dazu zählen auch Kunstwerke, die vom Film inspiriert wurden.

Der Kurator zeigt Beispiele aus jüngster Zeit, die verdeutlichen, wie sich die Unterhaltungsindustrie des Jubiläums angenommen hat. Kleine Raumfahrerfiguren zum Beispiel aus den USA, die der Fan selbst zusammenbauen kann.

Zu sehen sein werden aber auch originale Designs, Modelle, Kostüme, Requisiten, Drehpläne, Produktionsunterlagen und Fotos aus Kubricks Archiv. Hans-Peter Reichmann gilt als der Kubrick-Experte weltweit. Ihm hat das Deutsche Filmmuseum seine erfolgreichste Ausstellung überhaupt zu verdanken – im März 2004, fünf Jahre nach dem Tod des Regisseurs, öffnete in Frankfurt die bis dahin umfassendste Schau zu seinem Leben und Werk.

Der Türöffner für Reichmann zum Universum des Stanley Kubrick war dessen deutsche Witwe, die Malerin und Schauspielerin Christiane Kubrick. 2002, als das Filmmuseum eine Ausstellung zum großen Ausstatter Ken Adam zeigte (der auch für Kubrick gearbeitet hatte), kam sie nach Frankfurt. „Die Initialzündung war dann ein langes Gespräch, das wir im Café des Museums für Kommunikation führten“, erinnert sich der Kurator.

Christiane Kubrick vertraute dem Filmwissenschaftler und gewährte einem Team vom Filmmuseum den Zugang zum Nachlass des Regisseurs. „Acht Monate lang hat ein Archivar die Bestände erschlossen.“ Die Kubrick-Ausstellung von 2004 tourt seitdem um die Welt, sie hat bisher 17 Stationen absolviert, war in Australien, Korea, den USA, Frankreich, Mexiko, Brasilien und anderen Ländern zu sehen. Zur neuen Ausstellung im März wird Kubricks Witwe nicht mehr anreisen, sie ist fast 88 Jahre alt. Dafür aber kommt Kubricks Tochter Katharina. Auch der 81-jährige Keir Dullea wird da sein; er spielte in „2001“ den Astronauten Bowman, der seinen Kampf mit dem Supercomputer HAL 9000 austrägt. Und Daniel Richter kommt. Er koordinierte bei den Dreharbeiten von 1965-1966 die Gruppe von Straßenkünstlern, die in Affenkostümen die frühen Bewohner der Erde spielten.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen