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Einzelhandel in Frankfurt Hilfe für den Einzelhandel in Oberrad

Die Wirtschaftsförderung und städtische Vertreter besuchen Unternehmen im Frankfurter Stadtteil Oberrad. Das soll Wertschätzung ausdrücken, aber Geschäftsleuten auch konkret vor Ort helfen.

Wirtschaftstag in Oberrad
Thomas Reußenzehn (mit Gitarre) führt seine Verstärker vor. Foto: Rolf Oeser

Thomas Körbel hat ein Problem. Er ist Inhaber von Tommis Laden an der Offenbacher Landstraße 329, ein Schreibwarengeschäft mit Postagentur und Postbank. Vor der Sanierung der Offenbacher Landstraße konnten die Postautos problemlos vor dem Laden halten. Auch der Geldtransporter. Jetzt aber verläuft dort der neue Radweg. Kurz mal halten um abzuladen, ist nicht erlaubt. Weder der DHL, noch dem Geldtransporter.

Körbel rauft sich die Haare. „Die Pakete kommen nicht rechtzeitig an, die Kunden sind verärgert“, sagt er. Seit Donnerstag ist er ein bisschen beruhigt. Da hat ihn die Frankfurter Wirtschaftsförderung besucht und mit ihr ein ganzer Tross an wichtigen Vertretern der Stadtverwaltung. Etwa das Straßenbauamt, Stadtplaner, die Stabsstelle Sauberes Frankfurt. Eine ganze Horde ist in seinen kleinen Laden eingefallen. Wirtschaftstag nennt sich das.

Seit 15 Jahren organisiert die Wirtschaftsförderung einen solchen Tag. Die Granden besuchen konzentriert die Unternehmen eines Stadtteils. „Wir schauen vor Ort, was man verbessern könnte“, sagt Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU). Unvorbereitet geht der Tross nicht auf Reise, erklärt Oliver Schwebel, Chef der Wirtschaftsförderung. Seine Kollegen fragen vorher nach, wo den Geschäftsleuten der Schuh drückt. Und wenn die Reisegruppe nichts zu verbessern vorfindet, so drückt sie doch den Geschäftsleuten „unsere Wertschätzung aus“, wie Markus Frank sagt.

Oberrad ist an der Reihe, weil die Geschäftsleute dort unter der langen Sperrung der Offenbacher Landstraße zu knabbern haben. Wie Thomas Körbel. Den Radweg vor seiner Tür wird die Stadt nicht entfernen, der ist ein wichtiger Lückenschluss. Und eine andere Route ist auch nicht möglich, das würde die Entwicklung des Geländes des Profi-Getränkeshops beeinträchtigen. Dort sollen Wohnungen und ein Supermarkt entstehen.

Parkbucht zu einer Ladezone umwandeln

Die Stadt bietet Körbel eine andere Lösung an. Auf der anderen Straßenseite könnte sie eine Parkbucht zu einer Ladezone umwandeln. Mit absolutem Halteverbot, außer für Postautos, DHL-Lieferanten und Geldtransporter. Der Ortsbeirat 5 wird das in seiner November-Sitzung anregen, sagt Ortsvorsteher Christian Becker (CDU), die Stadt könnte es dann geschwind umsetzen.

Eine weitere Station der Wirtschaftstour ist der Pflegedienst Vergissmeinnicht. Auch hier kann die Wirtschaftsförderung helfen. Inhaber René Menge sorgt sich wegen der Investitionskosten für Digitalisierungen. Die Wirtschaftsförderer empfehlen ihm, den Zuschuss des Landes Hessen in Anspruch zu nehmen, immerhin würde das die Hälfte der Kosten abdecken.

Anschließend gastiert der Tross in der Reußenzehn-Manufaktur. Seit 40 Jahren stellt Thomas Reußenzehn Röhrenverstärker her. Für Hi-Fi-Anlagen und für Musiker, zum Beispiel Gitarrenverstärker. Die Digitalisierung lässt den Elektroingenieur eher kalt. Sein Handwerk ist nach wie vor gefragt. Die Röhrentechnik ist zwar aufwendiger herzustellen, ist der digitalen Technik aber klanglich voraus, findet Reußenzehn. Finden auch seine Kunden, sagt er. Wer selbst nachhören möchte: Reußenzehn feiert am kommenden Samstag, 20. Oktober, 10 bis 18 Uhr, 40. Geburtstag. Es gibt Bier, Chips und Musiker führen Geräte vor.

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