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DFB-Akademie „Signal, auf das der DFB gewartet hat“

Die Fußball-Akademie wird aller Voraussicht nach gebaut. Jtzt ist schon klar: Sie kostet aber viel mehr als geplant.

DFB-Akademie
Soll soll die Fußball-Akademie in Niederrad einmal aussehen. Foto: kadawittfeldarchitektur/DFB

So mancher Fan des 1. FC Köln hatte am Mittwochabend seine eigene Theorie, wieso seine Mannschaft gegen Eintracht Frankfurt verlor. Die in der Tat grenzwertige Entscheidung des Schiedsrichters, der Eintracht einen Elfmeter zuzusprechen, sei eine Art Dankeschön des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), weil ja nun endlich mit dem Bau der Fußball-Akademie begonnen werden könne. So wurde zumindest auf der Tribüne gewitzelt. Und später sangen die Kölner Fans dann: „Eintracht und der DFB...“

Nun darf man diese Reaktion getrost dem Frust über die 0:1-Niederlage des FC Köln zurechnen. Richtig daran aber ist: Das Verhältnis zwischen der Stadt Frankfurt und dem DFB hat sich durch die Räumung der Rennbahn verbessert.

Offiziell hat der (noch) in der Otto-Fleck-Schneise beheimatete Verband der Stadt die erhebliche Verzögerung auf der Rennbahn nie zum Vorwurf gemacht. Zumal der DFB zunächst ganz andere Probleme hatte – Stichwort: Vergabe der WM 2006. Zuletzt aber wurde der Druck erhöht, der Verband sah sich im Rhein-Main-Gebiet nach anderen Standorten für seine Fußball-Akademie um und bekam einige Bewerbungen auf den Tisch. Für Frankfurt war das keine Werbung. Offenbar glaubten einige Herren beim DFB nicht mehr an die Lösung auf der Rennbahn.

Erleichterung bei Grindel

Als der DFB am Freitag voriger Woche das Ranking der Spielorte bei einer möglichen Europameisterschaft 2024 veröffentlichte und Frankfurt den letzten Platz belegte, wurde im Römer getuschelt: Die schlechte Bewertung habe auch mit den Querelen um die Rennbahn zu tun. Der DFB würde diese Vorwürfe allerdings energisch zurückweisen. Schließlich legte er diesmal bei der Bewertung der Austragungsorte besonderen Wert auf Transparenz und ein nachvollziehbares Verfahren.

Erleichtert über die Entwicklung äußerte sich nun Verbandspräsident Reinhard Grindel. Er sprach vom „klaren Signal, auf das der DFB seit Jahren gewartet hat“. Nun könne der Neubau in Angriff genommen werden. Oliver Bierhoff, Manager der Nationalmannschaft, spricht bereits von einem „Leuchtturmprojekt“. In Niederrad soll die komplette Ausbildung des DFB zentralisiert werden – sei es für Spieler der deutschen Jugendnationalmannschaften oder für Schiedsrichter. Auch die Verwaltung soll aufs Gelände der Rennbahn ziehen.

Allerdings sind die Kosten des Projekts erheblich angestiegen – noch ehe der Bau begonnen hat. Ursprünglich sollte die Akademie 90 Millionen Euro kosten, zuletzt war von 140 Millionen die Rede. Bei einem DFB-Bundestag will sich Grindel von der Basis das Plazet dafür holen.

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