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Brand Goetheturm Frankfurt Breites Bündnis für neuen Goetheturm

Der Goetheturm in Frankfurt geht in Flammen auf. Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer am Frankfurter Wahrzeichen gelegt wurde. Ein breites Bündnis will einen neuen Turm.

Goetheturm
Ein paar verkohlte Balken, mehr ist vom Goetheturm am Donnerstagmorgen nicht übrig geblieben. Foto: Michael Schick

Nach der vollständigen Zerstörung des Goetheturms durch einen Brand in der Nacht zu Donnerstag spricht sich der Frankfurter Magistrat für einen raschen Wiederaufbau des beliebten Ausflugsziels im Stadtwald aus. „Wir werden alles tun für einen zügigen Wiederaufbau dieses Wahrzeichens“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei einer Pressekonferenz unweit des Brandortes. Er wolle, dass der Turm „möglichst originalgetreu“ neu errichtet werde, sagte Feldmann. Baudezernent Jan Schneider (CDU) sagte, es müsse geprüft werden, ob der Aussichtsturm bei den aktuell gültigen Bauvorschriften identisch wieder aufgebaut werden könne.

Gegen 3.17 Uhr waren die ersten Notrufe bei der Feuerwehr eingegangen. Als die Einsatzkräfte sieben Minuten später am Brandort eingetroffen seien, habe der Turm bereits „lichterloh gebrannt“, sagte Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU). Die Feuerwehr habe getan, „was in so einem Fall möglich ist“, und ein Übergreifen der Flammen auf umstehende Bäume und das benachbarte Café Goetheruh verhindert. Der Turm sei nicht mehr zu retten gewesen. Ein Polizeisprecher sagte, die Brandermittlungen hätten am Morgen begonnen und würden von Experten des Landeskriminalamts unterstützt. Man gehe derzeit von fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung aus.

Zu möglichen Verbindungen zum Brand des Morgentau-Pavillons im Koreanischen Garten im Grüneburgpark Anfang Mai und des Chinesischen Pavillons im Bethmannpark Anfang Juni wollte Ordnungsdezernent Frank nichts sagen. Man müsse zunächst die polizeilichen Ermittlungsergebnisse abwarten.

Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) nannte die Zerstörung des Goetheturms einen „Alptraum“. Den 12. Oktober werde man in Frankfurt „so schnell nicht vergessen“, sagte Heilig. Falls der Turm vorsätzlich angezündet worden sei, wünsche sie sich eine harte Bestrafung der Verantwortlichen. Auch Heilig sprach sich für einen Neubau des Turms aus, „am liebsten so, wie er war“.

Der Bürgermeister von Neu-Isenburg, Herbert Hunkel (parteilos), sagte, der Goetheturm sei auch für die Bürger seiner Stadt „ein Stück Heimat“. Er sei sich sicher, dass viele für einen Neubau spenden würden.

Um die absehbar hohe Spendenbereitschaft unter den Frankfurter Bürgern zu bündeln, sollen nach Angaben von OB Feldmann zwei Spendenkonten eingerichtet werden, eins bei der Frankfurter Sparkasse und eins bei der Nassauischen Sparkasse. Er habe bereits viele ermutigende Spendenzusagen aus der Stadt erhalten, sagte Feldmann.

Wie groß der Wunsch nach einem neuen Goetheturm ist, zeigte sich im Laufe des Donnerstags: Privatleute sammeln schon eigenständig Spenden, und der sicherheitspolitische Sprecher der CDU im Römer hat bereits am Donnerstagvormittag einen Verein zum Wiederaufbau des Goetheturms gegründet.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Goetheturm Frankfurt

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