Lade Inhalte...

Adventskränze in Frankfurt Rot geht beim Adventskranz immer

Zwei Turnfreundinnen fertigen in Frankfurt Adventskränze in Handarbeit. Knapp 70 haben sie in diesem Jahr verkauft.

Die Nadeln stechen, der Heißkleber brennt, Ute Gläser (vorne) und Sigrid Murr bei der Arbeit. Foto: elk

Rot geht immer.“ „Ach was. Doch nicht in diesem Jahr!“ Wenn die Freundinnen Sigrid Murr und Ute Gläser im Hansenweg Adventskränze binden, diskutieren sie auch aktuelle Kerzentrends. Umringt von Tannen, Kerzen und Schleifen und mit Heißkleber, Draht und Schere ausgestattet, binden sie Kränze, die Käufer in vorweihnachtliche Stimmung versetzen sollen.

Im Oktober und November standen Murr und Gläser täglich zwischen 13 und 17 Uhr an der Werkbank im Haus der Familie Murr. Im Trend liegen laut den Damen orange-, silber- und kupferfarbene Kerzen, sehr ausgefallene Modelle, beispielsweise Kerzen in Eulenform, aber auch natürliche Materialien.

Gestecke mit geschützten Teelichtgefäßen sind beliebt bei Senioren: „Die schlafen manchmal vor dem Fernseher ein.“ Besonders die Zusammenarbeit mache Spaß, sagt Murr: „Wenn die Ute heimgegangen ist, habe ich auch aufgehört. Dann war es so langweilig.“ Die 74-jährige Murr ist in Oberrad aufgewachsen. Ihre Familie betrieb bis 1980 eine Gemüsegärtnerei, als junge Frau arbeitete sie mit. Dann machte sie sich im Gemüseverkauf selbstständig, lernte ihren Ehemann, den Metzger Rudolf Murr kennen, arbeitete mit ihm in einem Metzgereiverkauf in der Großmarkthalle. Der Schlachthof musste schließen, Murr pflegte einige Jahre Mutter und Schwiegereltern.

Seit Mitte der neunziger Jahre verkauft die Oberräderin Kränze und Gestecke, ist nicht nur an Weihnachten, sondern auch an Ostern und im Herbst auf Märkten, etwa in Niederrad und Praunheim anzutreffen.

Ute Gläser kam 1974 nach Sachsenhausen, vor 35 Jahren lernten sich die Frauen im Turnverein kennen. Seit 2012 binden Gläser und Murr gemeinsam Adventskränze. Weihnachtlich wird es für die Freundinnen schon früh im Jahr. Im Januar geht es auf die Christmasworld in der Messe Frankfurt. „Eigentlich hat man Weihnachten gerade hinter sich, dann geht es schon wieder darum“, sagt Gläser.

In Murrs und Gläsers Kindheit wurden Adventskränze mit fingerbreiten Kerzen in den Farben rot und weiß ausgestattet. Als Dekoration dienten kleine, rote Pilze. Weil es keinen Heißkleber gab, musste mit Draht gearbeitet werden. Das war aufwendiger. „Heute binden wir einen Kranz in 20 bis 40 Minuten“, sagt Murr. Ein großer Gewinn seien die modernen Annehmlichkeiten. „Im Haus ist es schön warm, wir müssen heute nicht mehr frieren.“

Ein Kranz der Damen kostet – je nach Größe – zwischen 18,50 und 38,50 Euro. Knapp 70 haben sie in diesem Jahr verkauft. Die Arbeit haben sie zum ersten Dezember eingestellt. Wer noch auf der Suche nach einem Adventskranz ist, kann dennoch am Hansenweg 26 klingeln: „Wenn noch jemand kommt, dann mache ich natürlich gern noch einen“, sagt Ingrid Murr.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum