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Verkehr in Frankfurt Autos parken Spielstraße zu

Das Spielmobil vom Abenteuerspielplatz Riederwald kommt regelmäßig zum Heideplatz im Frankfurter Nordend, und ebenso regelmäßig wird der geplante Stellplatz von Autofahrern zugeparkt.

Verkehr in Frankfurt
Die sechsjährige Stella spielt zwischen parkenden Autos. Foto: Renate Hoyer

Es ist der Auftakt in die diesjährige Saison – und sie beginnt, wie die letzte im Herbst endete: Die Straße ist zugeparkt, das Spielmobil vom Abenteuerspielplatz Riederwald kann nicht auspacken. Seit zehn Jahren schon kommt das Mobil zum Heideplatz, um die Straße in eine Spielstraße zu verwandeln. Dafür darf zwischen 14 und 18 Uhr dort nicht geparkt werden.

„Meistens sind es nur vier, fünf Autos“, sagt ein Mitarbeiter. Gestern waren es 20, obwohl nicht nur ein Schild auf das Halteverbot hinweist, sondern das Team auch extra Flyer an alle Anwohner und an alle Windschutzscheiben verteilt hatte. Seit Jahren ist das ein Ärgernis, denn der Ortsbeirat 3 bezahlt viel Geld für die Aktion – 400 Euro pro Mittwoch zwischen Oster- und Herbstferien – und durch die Autos verringert sich die Zeit, in der tatsächlich gespielt wird.

Gestern hat das Ordnungsamt nur Strafzettel verteilt, im vergangenen Jahr kam nahezu jeden Mittwoch der Abschleppwagen. „Das hat dann immer für ein paar Wochen für Ordnung gesorgt“, sagt der Pädagoge. Für die Kinder ist das manchmal ein Highlight. An einem Nachmittag im vergangenen Jahr wurden 14 Autos nacheinander abgeschleppt. „Da stehen dann 20 Kinder und schauen zu. Das ist für sie schon spektakulär“, sagt Spielmobil-Leiterin Sabine Dier. Ein Falschparker hat sich im vergangenen Jahr sogar gewünscht, abgeschleppt worden zu sein. Ein Kind fuhr mit einem Spielgerät ins Auto – Zeugen gab es keine und kein Kind gab den Vorfall zu. Der Autofahrer musste den Schaden selbst übernehmen.

Gestern, zum Auftakt der Spiele-Saison 2018, kamen aufgrund des Regens nur wenige Kinder. Da nach und nach Autos wegfuhren, konnten einige Spielgeräte wie die Rollenrutsche aufgebaut werden. Es ist das Lieblingsgerät der sechsjährigen Stella. Sie hatte schon auf die Rückkehr des Spielmobils gewartet. „Ich war früher im Kindergarten nebenan, da haben wir oft hier gespielt“, sagt sie, während sie auf einen Tennisball an einer Schnur schlägt. „Irgendwann fragen die Kinder dann immer, wann denn wieder das Spielmobil kommt“, sagt Papa Andreas Werner.

Die temporäre Spielstraße am Heideplatz ist die einzige, die es in Frankfurt noch gibt. 2008 waren es alleine im Nordend drei, doch als die Förderung vom Bund auslief, war kein Geld mehr da. Der Ortsbeirat 3 finanziert aus seinem Budget die Station am Heideplatz, knapp 12 000 Euro sind das pro Jahr für etwa 30 Mittwoche. Aber auch darüber gibt es immer wieder Diskussionen.

Zwar ist allen Fraktionen die Bedeutung und Wichtigkeit des Spielmobils bewusst, aber der Ortsbeirat fordert eine Beteiligung der Stadt von 6000 Euro. Immerhin spielen nicht nur Kinder aus dem Nordend am Heideplatz, der nicht weit von der Grenze zu Bornheim entfernt liegt. Einen entsprechenden Antrag hat das Stadtteilgremium im Februar auf den Weg gebracht, eine Reaktion vom Magistrat steht allerdings noch aus.

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