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Umweltschutz in Frankfurt Mehrwegbecher für die Berger Straße

Auch in Frankfurt quellen Abfalleimer mit Coffee-to-go-Bechern über. Um das zu ändern, will eine Initiative mit Gewerbetreibenden auf der Berger Straße wiederverwertbare Kaffeebehälter in Umlauf bringen.

Pappbecher
Jährlich werden drei Milliarden Pappbecher in Deutschland weggeworfen. Auch auf der Berger Straße entsteht der Müll. Foto: Christoph Boeckheler

Morgens schnell einen Kaffee auf dem Weg zur U-Bahn geholt, mittags einen Tee in der Bäckerei und nachmittags vielleicht noch einen Cappuccino. Immer mehr Menschen kaufen sich ein heißes Getränk für unterwegs. Aus vielen Abfalleimern quellen Coffee-to-go-Becher.

Die Deutsche Umwelthilfe geht davon aus, dass bundesweit jährlich drei Milliarden Pappbehälter weggeworfen werden. Dagegen möchten das Sozialunternehmen „Lust auf besser leben“ und die Bornheimer Initiative „Cup2gether“ der Agentur Von Wegen jetzt vorgehen. Sie wollen ein nachhaltiges Mehrwegsystem entwickeln, um den Abfall zu reduzieren. Im Frühjahr soll ein erstes Pilotprojekt auf der Berger Straße beginnen.

Die Aktion ist die Fortsetzung der Kampagne „Ich bin dabei: Plastikfrei!“, die „Lust auf besser leben“ im Sommer gemeinsam mit den Gewerbevereinen Bornheim Mitte und Untere Berger Straße sowie der Stadtteilarbeitsgruppe „Lust auf Leben – Willkommen in Bornheim“ ins Leben gerufen hatte (die FR berichtete). An zehn Stationen auf der Berger Straße können sich seitdem Passanten eine Stofftasche nehmen, Einkäufe erledigen und die Tasche anschließend wieder in einen der Körbe legen.

Noch gebe es kein konkretes Konzept für die Mehrwegkaffeebecher mit Deckel, sagt Marlene Haas von „Lust auf besser leben“. Gemeinsam mit den Gewerbetreibenden und Händlern vor Ort solle dieses Anfang des Jahres entworfen werden. Offen sei derzeit noch, ob etwa ein Kreislauf eingerichtet werden könne: die Becher also in einem Geschäft gekauft und in einem anderen zurückgegeben werden können.

Dazu müssten etwa Fragen der Hygieneordnung geklärt werden. Auch, ob der Becherverkauf überhaupt bei jedem Händler ins Verkaufssystem aufgenommen werden könne. „Das ist eine große Herausforderung“, sagt Haas. „Wie schafft man es, dass Menschen und Händler ihr Verhalten ändern und sich eine andere Kultur etablieren kann?“ Um die Idee für Gewerbetreibende attraktiv zu machen, sollen möglichst viele Konsumenten ins Boot geholt werden. „Lust auf besser leben“ und Cup2gether suchen deshalb schon jetzt sogenannte Becherbotschafter: Schüler, Bürger und Firmenmitarbeiter, die sich für den Umweltschutz engagieren wollen. Die Mitarbeiter des Projekts wollen sich mit diesen in Verbindung setzen. Viele seien bereit, sich für mehr Nachhaltigkeit einzusetzen, oft wüssten sie nur nicht wie, sagt Haas. „Wir möchten den Menschen eine Handlungsoption bieten.“

Die ersten, die sich melden, erhalten einen kostenlosen wiederverwertbaren Becher. Noch gibt es diese nicht. Geplant ist ein Design, das den Bezug zur Berger Straße deutlich macht. Langfristig solle das Projekt auf die ganze Stadt ausgeweitet werden, sagt Haas. Geplant sei eine „selbsttragende Struktur“, die unabhängig von Zuschüssen funktioniere. Eine Anschubfinanzierung hat das Pilotprojekt über die Umwelt- und Entwicklungslotterie „Deutsche Postcode Lotterie“ erhalten.

Wer Becherbotschafter werden will: plastikfrei@lustaufbesserleben.de (E-Mail) oder Kontakt via Facebook unter „Nachhaltig leben und einkaufen in Frankfurt-Rhein-Main“.

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