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Tag der Religionen Feiern mit Buddha und Mohammed

Beim ersten „Tag der Religionen“ informieren in Frankfurt verschiedene Religionsgemeinschaften über ihre traditionellen Feste.

Tag der Religionen
Die Religionsgemeinschaften stellen ihre wichtigsten Feiertage vor und zeigen rituelle Handlungen. Foto: Rolf Oeser

Mitten in der Schüssel mit Wasser und Blüten thront eine Buddha-Statue. Drei Kellen Wasser gießt die Buddhistin auf der Bühne in den Römerhallen über die Figur. Eine über die linke Schulter – damit sollen problematische geistige Haltungen wie Hass und Gier überwunden werden. Eine über die rechte Schulter – mit dem Wunsch, niemanden mit Worten zu verletzen. Zum Schluss wird der Rücken übergossen. Damit mit den eigenen Handlungen niemand zu Schaden kommt.

Eine rituelle Waschung führen Buddhisten am Sonntagnachmittag in den Römerhallen vor. Die Zeremonie ist Teil des wichtigsten Feiertags der Buddhisten: dem Veskah-Fest, Buddhas Geburtstag. Als Buddha geboren wurde, hat ein Wolkenbruch seinen Körper von den Spuren der Geburt gereinigt – die Waschung symbolisiert den Wunsch der Reinigung des eigenen Geistes. Und am Sonntag gucken dabei Juden, Mormonen und Moslems, Sikhs, Christen und Hinduisten zu. Denn Frankfurt begeht seinen ersten „Tag der Religionen“.

Die Stadt Frankfurt und der Rat der Religionen wollen mit diesem Tag den Austausch zwischen Religionsgemeinschaften und Stadtgesellschaft fördern. „Wir wollen die Vielfalt der Religionen und der religiösen Feiertage in unserer Stadt heute in den Mittelpunkt stellen“, sagt Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD) am Sonntag. Die Öffnung des Rathauses für die Religionen sei eine Botschaft an alle Menschen, die Religion als wichtigen Teil ihres Leben verstehen würden. „Sie haben einen Platz in unserer Stadt. Sie sind ein Teil Frankfurts.“

Die neun Mitgliedsreligionen des Rats der Religionen stellen an Informationsständen und auf der Bühne an diesem Tag ihre wichtigsten Feste vor. Die Christen erklären Pfingsten, es geht um Eid-ul-Fitr, das Fest des Fastenbrechens in der islamischen Tradition, das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana etwa. Und für die Besucher gibt es nicht nur Informationen, sondern auch viel zu essen. Schließlich werden Feste oft mit besonderen kulinarischen Gerichten begangen.

Hindus feiern Lichterfest Diwali

Da ist etwa das hinduistische Lichterfest Diwali. Da gibt es Laddu, eine kugelige Süßspeise aus Butter, Zucker und Kichererbsenmehl. Beim Diwali-Fest werde gebetet und danach das Konfekt gegessen, erklärt Sunny Narulla vom Vorstand der afghanischen Hindu-Kulturgemeinde. Häuser werden mit Lichtern und Blumen geschmückt, es wird die Rückkehr von Gott Rama und seiner Frau Sita aus dem Exil gefeiert. „Wir schenken uns Kleinigkeiten aus Gold und es gibt das ungeschriebene Gesetz, dass wir neu gekaufte Kleidung anziehen.“

Mehr als 260 Gemeinden unterschiedlicher Religionen gibt es in Frankfurt. Mit dem Fest sollen die unterschiedlichen Traditionen gewürdigt werden. Der „Tag der Religionen“ sei ein schönes Zeichen, sagt Saber Ben Neticha, einer der vier muslimischen Vertreter im Rat der Religionen. Den Religionsgemeinschaften die Möglichkeiten zu geben, sich vorzustellen, sei gerade in diesen Zeiten wichtig. „Oft wird nur über einen geredet, nicht mit einem“, sagt er. „Dabei lösen sich beim Reden Vorurteile auf, Ängste schwinden.“ Bei ihm am Infostand probieren die Besucher Datteln – die beim Fastenbrechen als Erstes gegessen werden. So hat es der Überlieferung nach auch Mohammed getan.

Die religiösen Feiertage will die Stadt nicht nur bei einem Tag der Religionen feiern. „Einmal im Jahr wollen wir mit jeder Religionsgemeinschaft einen wichtigen Anlass begehen“, sagt Weber. Damit sollen die Religionsgemeinschaften sichtbar gemacht und gewürdigt werden. Auch der Tag der Religionen selber ist keine einmalige Veranstaltung, sondern Auftakt einer Reihe, in der über aktuelle religionspolitische Themen öffentlich diskutiert werden soll.

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