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Stadtentwicklung in Frankfurt Apotheke ein wichtiger Treffpunkt

Das Angebot im Frankfurter Stadtteil Riederwald ist überschaubar, Geschäfte gibt es kaum noch. Die wenigen Läden, die noch da sind, sind für die Anwohner wichtige Treffpunkte.

Riederwald
Apothekerin Claudia Eul (li.) und ihre Mitarbeiterin Neda Asgari von der Riederwälder Apotheke. Foto: Renate Hoyer

Filterkaffee und heiße Wurst. Das sind die Dauerbrenner im Laden von Ortrun Förster. Seit elf Jahren betreibt die 61-jährige „Manni’s Brotkörbchen“ in der Max-Hirsch-Straße. Am Anfang, erzählt Förster, habe sie einen schicken Vollautomaten mit diversen Funktionen gehabt. Doch die Maschine sei ständig kaputtgegangen. „Immer hat irgendwas nicht funktioniert.“ Und weil die meisten ihrer Kunden ohnehin am liebsten einfachen Filterkaffee trinken, hat sie das Ding einfach rausgeworfen.

Jetzt zapft Förster Becher für Becher aus einer riesigen Thermoskanne. Morgens ist in ihrem kleinen Laden Hochbetrieb: „Vor der Arbeit wollen alle noch schnell einen Kaffee trinken.“ Förster verkauft dann auch belegte Brötchen, Brezeln und anderes Backwerk. Damit alles rechtzeitig fertig ist, steht sie morgens um 4 Uhr auf – und zwar jeden Tag.

Bei Förster gibt es nicht nur das Überlebensnotwendige für den anstehenden Arbeitstag. Manni’s Brotkörbchen ist auch einer der letzten kleinen Lebensmittelläden des Riederwalds. Hier kann man sich mit Milch, Butter, ein paar Eintopf-Konserven, frischen Eier oder Nudeln eindecken.

Ansonsten gibt es im Stadtteil nur einen Netto-Supermarkt und – außerhalb des Viertels in Fechenheim– eine Kaufland-Filiale an der Wächtersbacher Straße. Vor allem für ältere Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß unterwegs sind, sind die Supermärkte schwierig zu erreichen. Und auch manch jüngerer Riederwälder würde sich wohl mehr Auswahl im eigenen Viertel wünschen.

Dabei sah es früher durchaus besser aus: Es gab einen Metzger, einen Getränkehandel und mehrere kleine Bäckereien. In der Ladengalerie an der unteren Schäfflestraße öffnete im Jahr 2013 ein Gemüsehändler. Lange halten konnte er sich nicht: Inzwischen sitzt eine Anwaltskanzlei in den Geschäftsräumen.

Die wenigen kleinen Läden die es noch gibt, sind wichtige Treffpunkte. Viele ihrer Kunden kenne sie schon lange, erzählt Förster. Vor ihrem Laden kann man es sich an einem Stehtisch gemütlich machen. „An Samstagen ist hier oft richtig viel los.“

„Gerade ältere Menschen, die nicht mehr so viele Kontakte haben, erzählen oft viel“, sagt auch Claudia Eul. Sie steht gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Neda Asgari vor den vollgepackten Regalen der „Riederwald-Apotheke“. „Wir versorgen hier den ganzen Stadtteil mit Medikamenten“, sagt Eul. Die Apotheke in der Raiffeisenstraße 77 gehört ihrer Mutter und ist die einzige ihrer Art in der Siedlung. Früher oder später wird die Apothekerin den Laden übernehmen. Obwohl sie in Bergen-Enkheim wohnt, ist sie fest entschlossen im Riederwald zu bleiben. Die Älteren im Viertel dürfte das freuen.

Auch Tanja Candia will bleiben – und das obwohl sie jeden Tag aus Nieder-Erlenbach anreisen muss. Seit sechs Jahren betreibt sie den Friseursalon „Vis-á-vis“ in der Max-Hirsch-Straße 55, neben Manni’s Brotkörbchen. Von außerhalb verirrt sich niemand zufällig hierher. Der Stadtteil sei „ein bisschen isoliert“, sagt Candia. Dennoch gefällt es ihr. Der Riederwald sei inzwischen mehr als ihr Arbeitsplatz. „Es ist sehr schön hier.“ Weil ihr Sohn noch zu Schule gehe, komme ein Umzug aber nicht in Frage. Doch wer weiß: Vielleicht zieht es die Friseurmeisterin irgendwann doch in den östlichen Stadtteil.

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