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Soziales in Frankfurt Nachbarschaftscafé soll Viertel beleben

Ein Nachbarschaftscafé zum Treffen, Spielen und Reden ist im nördlichen Fechenheim in der Fabriksporthalle entstanden. Es schließt in dem Frankfurter Stadtteil eine langjährige Lücke.

Bewegungsbaustelle in Fechenheim
Auf der „Bewegungsbaustelle“ in der Fabriksporthalle können die Kinder toben. Foto: Peter Jülich

Fröhliches Kindergeschrei und geselliges Beisammensein ist vermutlich das Letzte, an das man denkt, wenn man die Wächtersbacher Straße hinunterläuft, vorbei an Autowerkstätten und grauen Möbelgeschäftsblöcken. Aber genau das erwartet die Besucherinnen und Besucher der Hausnummer 80. Dort gibt es jetzt nicht mehr nur die Fabriksporthalle, sondern auch einen frisch renovierten Raum, in dem Fechenheims Gesellschaftsleben in Zukunft noch bunter und lebendiger werden soll. 

„Fechenheim in Bewegung“ heißt das Projekt des Familien-Gesundheits-Zentrums, des Sportkreises Frankfurt und des Quartiersmanagements Fechenheim, in dessen Rahmen die alte Cafeteria der Fabriksporthalle zum Nachbarschaftscafé, Gesprächs- und Veranstaltungsraum umgestaltet wurde. Statt Fünfzigerjahre-Möbel und Neonlampen erwarten freundliches Licht, helle Regale und eine Fotoausstellung zum Thema Frauen als Sportpionierinnen die Gäste. Nun können etwa Eltern im Café sitzen, während ihre Kinder mit Betreuung an der sogenannten Bewegungsbaustelle spielen. Das Nachbarschaftscafé hat in Fechenheim eine langjährige Lücke geschlossen. „Es gab hier vorher gar nichts“, sagt Leyla Celikten vom Familien-Gesundheits-Zentrum. „Die Leute saßen zu Hause, ohne Kontakte, dabei ist es gerade bei Menschen mit Migrationshintergrund so wichtig, Kontakte zu knüpfen.“ Dass hier vieles, wie beispielsweise das Eröffnungsbüfett, auf ehrenamtlicher Hilfe basiert, erklärt sich Celikten mit der Dankbarkeit der Besucherinnen und Besucher: „Ich liebe meine Arbeit“, sagt sie lächelnd. „Weil die Menschen so dankbar für die Möglichkeit sind, ins Gespräch zu kommen.“ 

Ähnlich geht es auch Gökce Canlar, die mit Alleinerziehenden arbeitet. Viele der Mütter aus ihrer Gruppe kommen jetzt auch zum Nachbarschaftscafé. „Es ist für die Mütter so entspannend, hier zu sitzen, während die Kinder in der Halle betreut werden. Es wird hier sehr familiär.“

Sportkreisvorsitzender Roland Frischkorn sagt, Fechenheim sei eine Schnittstelle, ein eigentlicher Ort der Industrie. „Aber bei allen Sorgen sollte man immer das Positive nutzen, und das ist das gegenseitige Vernetzen, das Miteinanderleben und Einanderbewegen.“ Ziel des Sportkreises beim Projekt sei es, die Sportmöglichkeiten einfach zugänglich und mit Schnupperangeboten auf Vereine aufmerksam zu machen. „Dieser Raum muss wieder sichtbarer werden“, sagt Thomas Kimmig vom Sportkreis.

Weitere Aktionen sind in Planung. Anfang des Jahres fand ein Schwimmkurs für Frauen großen Anklang. „Wir sind offen für neue Projekte“, sagt Nora David vom Quartiersmanagement. „Gerade für die Integration sind solche Aktionen absolut zentral.“ Auch ein weiterer Veranstaltungsraum ist denkbar; eine der früheren Sammelumkleiden könnte noch umgestaltet werden, sagt Roland Frischkorn.

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