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Sicherheit in Frankfurt Dealer suchen sich in Frankfurt neue Plätze

Das Allerheiligenviertel in Frankfurt gehört zu den größten Umschlagplätzen von Rauschgift in der Stadt. Die Videoüberwachung führt dort jedoch nur zu einer Verdrängung der Dealer. Die Polizei ist dennoch zufrieden.

Sicherheit in Frankfurt
Überwachungskameras gibt es an verschiedenen Brennpunkten in Frankfurt. Foto: Christoph Boeckheler

Welchen Effekt hat die vor einem knappen halben Jahr installierte Videokamera im Allerheiligenviertel? Die Polizei zieht eine positive Zwischenbilanz. Die Videoüberwachung „unterstützt uns enorm“, teilte das Polizeipräsidium mit. Anwohner beklagen hingegen eine Verlagerung der Drogenszene. Die Initiative „Datenschützer Rhein-Main“ greift diese Kritik auf.

Die Kamera war Anfang Juni an der Kreuzung zwischen Breite Gasse und Allerheiligenstraße installiert worden. Die Polizei erhofft sich davon Unterstützung im Einsatz gegen Drogenkriminalität. Neben dem Bahnhofsviertel und der Konstablerwache zählt das Allerheiligenviertel zu den größten Umschlagplätzen von Rauschgift in Frankfurt.

Der Ortsbeirat 1, der unter anderem für die Innenstadt zuständig ist, moniert jedoch, dass in dem Areal weiter gedealt werde. Nur eben nicht im Umfeld der Kamera, sondern im östlichen Teil der Allerheiligenstraße. Diesen empfänden Anwohner nun als „Angstzone“. Der Ortsbeirat fordert, die Beleuchtung des Straßenabschnitts zu verstärken.

Frankfurter Polizei passt Taktik an

Die „Datenschützer Rhein-Main“, die seit jeher gegen eine Ausweitung der Videoüberwachung protestieren, fühlen sich durch die Darstellung der Anwohner bestätigt. Durch die Kamera sei die Kriminalität im Viertel eben nicht reduziert, „sondern lediglich verdrängt“ worden, kritisiert die Gruppe. Zugleich werde durch die Überwachung „das Recht abgeschnitten, sich anonym und unbeobachtet im Frankfurter öffentlichen Raum zu bewegen“, moniert Roland Schäfer, Mitglied der „Datenschützer“.

Die Polizei begrüßt den Vorstoß des Ortsbeirats nach mehr Licht in der Allerheiligenstraße. Gleichzeitig gebe es „unweigerlich eine gewisse Anpassung des Verhaltens potenzieller Straftäter“ – sprich: Die Drogenszene hat sich tatsächlich weg von der Kamera verlagert. Die Dealer könnten allerdings auch in der östlichen Allerheiligenstraße nicht ungestört ihre Geschäfte abwickeln, betonte die Polizei. Das taktische Konzept, das Einsätze von uniformierten Kräften und Zivilfahndern vorsieht, sei auf die neue Entwicklung angepasst worden.

Wie viele Festnahmen durch die Videoüberwachung möglich wurden, wird die Polizei erst im Juni 2019 mitteilen. Dann wollen die Beamten eine Bilanz ziehen. Anschließend müssen die Stadtverordneten entscheiden, ob die Kamera dauerhaft bleiben wird.

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