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Sicherheit in Frankfurt Alkoholverbot auf Promenade abgelehnt

Auf der Helmut-Sittler-Promenade im Frankfurter Stadtteil Fechenheim pöbeln Betrunkene Passanten an. Die CDU will ein Alkoholverbot, doch sie kommt im Ortsbeirat damit nicht durch. Das Verbot würde auch andere treffen.

Sicherheit in Frankfurt
Wie hier im Frankfurter Bahnhofsviertel sollen sich auch auf der Helmut-Sittler-Promenade in Fechenheim Drogenkonsumenten aufhalten. Foto: Andreas Arnold (Andreas Arnold)

Es wurde viel Geld in die Hand genommen, um diese Promenade herrichten zu lassen. Eigentlich sollte sie eine Aufwertung des Stadtteils sein – „momentan ist sie das nicht“, sagt Benjamin Wiewiorra (CDU) in der Sitzung des Ortsbeirats 11. Eine Vorlage der Christdemokraten fordert dort ein Alkoholverbot auf der Helmut-Sittler-Promenade in Fechenheim.

Die Promenade sei zu jeder Zeit von augenscheinlich ungepflegten, offensichtlich stark alkoholisierten und alles und jeden anpöbelnden Menschen besetzt, heißt es im Antrag. „Außerdem werden auch andere Drogen wie Marihuana konsumiert. Das beeinträchtigt das Sicherheitsgefühl“, so Benjamin Wiewiorra. Vor allem ältere Menschen trauten sich – besonders bei Dunkelheit – nicht mehr auf die Promenade.

Alle Mitglieder des Ortsbeirats kennen das Problem, dass es dort in der Vergangenheit Personen gegeben habe, die Unruhe gestiftet hätten. „Es gab Fälle, wo Betrunkene an Häuser uriniert und Passanten angepöbelt haben“, sagt Thomas Dorn (Grüne). „Gegen sie wurde ein Platzverweis ausgesprochen. Die sind seit Monaten weg.“ Auch Sandra Neubauer (Grüne) hält die Argumente für überspitzt. „Es gibt Personen, die dort regelmäßig trinken, aber die sind freundlich und grüßen, wenn man ihnen öfter begegnet.“

In konkreten Fällen gebe es durch ein Alkoholverbot eine rechtliche Handhabe, um Personen des Platzes zu verweisen, hält die CDU am Antrag fest. „Bei fehlerhaftem Verhalten können wir auch so Platzverweise aussprechen“, sagt der Sprecher des Ordnungsamts, Michael Jenisch auf Nachfrage der FR. „Ein Alkoholverbot ist oft nicht zielführend. Die Trinker verschwinden dann einfach eine Straße weiter.“

Die Kontrolle eines Alkoholverbots sei ähnlich schwierig wie bei Platzverweisen, insgesamt sprechen sich alle Mitglieder des Ortsbeirats für eine größere Polizeipräsenz aus. Auch eine andere Möblierung der Promenade – Stahlstühle statt Holzflächen – wird vorgeschlagen. Dort Sozialarbeiter einzusetzen, hält Johannes Bomba von der FDP für den sinnvollsten Weg.

Insgesamt würde die Promenade noch zu wenig von der Bevölkerung wahrgenommen, findet Thomas Dorn. „Da muss man auch an die eigene Bevölkerung appellieren: Nehmt diese Plätze ein!“

Das schlagende Argument gegen das Alkoholverbot ist wohl, dass diese Entscheidung auch alle Menschen treffen würde, die im Sommer am Main nur ein Feierabendbier trinken wollen. Der Antrag der CDU wird mehrheitlich abgelehnt. 

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