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Seckbach Zehn Seckbacher in der Elfenbeinküste

Eine Delegation des Vereins „Help“ besucht ein Schul-Projekt in Westafrika. Für Sanierung, sanitäre Anlagen und Mensa haben Seckbacher rund 100.000 Euro gespendet.

Projekt
Als nächstes Projekt soll eine Mensa gebaut werden. Foto: privat

Kürzlich hat Richard Koffi eines seiner Grundschulzeugnisse gefunden. Er war Klassenbester. „Es gab damals ein Mädchen, mit dem ich immer um die Spitze gekämpft habe – mal war sie vorne, mal ich“, sagt er. Nun wird er zurückkehren, an seine alte Grundschule in Abidjan in der Elfenbeinküste. 17 Jahre sind seit seinem letzten Besuch vergangen. Am Freitag geht sein Flug – mit dabei hat er neun Seckbacher, die allesamt noch nie in der Elfenbeinküste waren.

Seit 2012 unterstützt der von Koffi gegründete Verein „Help – Project for Education“ die Schule E.P.P. Biaka Boda in Abidjan. Für rund 76 000 Euro wurden Gebäude und Klassenzimmer renoviert, das Dach abgedichtet und neue Toiletten installiert. „Ich hatte damals ein schlimmes Erlebnis mit den Toiletten. Ich hatte Bauchschmerzen, aber die Anlage war so eklig, dass es nicht mehr weh tat“, sagt Koffi.

Bevor nun erneut Geld fließen soll – 39 000 Euro für den Bau einer Mensa und eines Lehrerzimmers –, will sich der Verein vor Ort von der Arbeit überzeugen. „Wir mussten zu Beginn der Schulleitung und der Baufirma vertrauen, weil wir keine Vereinsmitglieder vor Ort hatten“, sagt Koffi. Es gehe weniger um Kontrolle, betont er, als darum, Kontakte zu knüpfen und die Kultur kennenzulernen. „Wir wollen wissen, wo das Geld landet, wollen die Fortschritte sehen“, sagt Kassierer Günter Broschat, der mit seiner Ehefrau Barbara ebenfalls zur Delegation gehört.

Für eine Woche werden die Seckbacher – fast alle Vereinsmitglieder, aber auch interessierte Bürger – vor Ort sein. Sie werden Bürgermeister, Schulleiter und Kinder kennenlernen, Kirchen besuchen, eine Stammes-Königin treffen, in die Hauptstadt Yamoussoukro reisen und sich andere Schulen ansehen. Die Kosten dafür übernimmt jeder selbst. Und für Richard Koffi wartet noch ein weiteres Highlight: Seine älteste Schwester lebt in Jacqueville nahe Abidjan. „Sie hat vier Enkel, die habe ich noch nie gesehen. Sie wollen uns im Hotel besuchen kommen.“

Geschenke wollen sie mitbringen, für Kinder, die sie treffen. Vor Ort wurden zudem Schulmäppchen für 207 Schüler organisiert, die Stadt Frankfurt gibt der Delegation Bembel mit. „Wir sind gespannt auf die Reise, aber inzwischen auch sehr entspannt“, sagt Barbara Broschat. „Erholung wird es nicht. Aber ich erwarte tolle Gespräche und Begegnungen“, ergänzt ihr Mann. Seine Mutter leitet ein Hilfsprojekt in Brasilien, wo auch sein Bruder lebt.

„Wir waren auch dort schon vor Ort. Es war beeindruckend, die Dankbarkeit zu sehen. Auf Fotos sieht man zwar viel, aber das Erlebnis ist anders“, sagt Barbara Broschat. „Ich bin mir sicher, dass wir auch andere Projekte finden, die wir unterstützen könnten“, ergänzt Günter Broschat. Es ist bereits geplant, dass der Verein für drei Kinder der Schule Patenschaften übernimmt, Schuluniform, Schulbus und Materialien bezahlt.

Nach ihrer Reise plant die Gruppe einen Dia-Abend, auch, um neue Mitglieder zu werben. „Wenn die Leute sehen, wohin das Geld geht, unterstützen sie auch gerne“, sagt Koffi, der auch eine weitere Mission hat: „Seckbach ist meine Heimat. Die Ivorer müssen auch etwas über Seckbach lernen.“ Er hofft, mit seiner Geschichte Kinder vor Ort zu ermutigen Zeichen zu setzen: „Ich war einer von ihnen und bin mit Träumen weggegangen. Nun kehre ich mit einer Hilfsorganisation zurück“, sagt er.

„‚Help‘ hat die Vereinsstruktur von Seckbach verändert“, sagt Event-Koordinator Karl-Heinz Kröber, der auch der Interessengemeinschaft der Seckbacher Vereine vorsteht. „‚Help‘ verbindet viele Vereine aus dem Stadtteil: Die Fußballer engagieren sich, die Kirchen, Schulen.“

Spenden nimmt Help auf seinem Konto bei der Frankfurter Volksbank entgegen, IBAN: DE58501900006101138648, BIC: FFVBDEFF.

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