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Seckbach Streuobst für Anfänger

Das Mainäppelhaus auf dem Lohrberg in Frankfurt sucht Interessenten für ein Pilotprojekt. Innerhalb von drei Jahren sollen die Teilnehmer bei der Grundstückspflege wissenschaftlich begleitet werden.

Gerhard Weinrich ist der Vorsitzende des Vereins Mainäppelhaus am Lohrberg. Foto: Christoph Boeckheler

Wie muss eine Streuobstwiese ökologisch gepflegt werden, damit es eine gute Ernte gibt, aber die biologische Vielfalt nicht gestört wird? Mit dieser Frage soll sich in den kommenden drei Jahren eine Gruppe von bis zu 20 Personen beschäftigen. Der Verein Mainäppelhaus Lohrberg sucht Interessierte in der ganzen Region, die sich an dem Projekt beteiligen wollen, das im Herbst beginnen soll.

Im Laufe der Jahre soll ein Handbuch für Einsteiger entstehen, sagt der Vereinsvorsitzende Gerhard Weinrich. Die Nachfrage nach Streuobstwiesen steige seit Jahren, „wir haben viele Grundstücke vergeben, vor allem an junge Familien“. Oft hätten diese wenig Ahnung von der Materie. Ihnen wolle der Verein später einen Ratgeber an die Hand geben können. Darin sollen praktische Tipps stehen, wie eine Streuobstwiese nach Kriterien des biologischen Anbaus und im Sinne des Naturschutzes bewirtschaftet werden sollte. „Das Ganze ist als eine Art Schneeballsystem gedacht.“

Mitmachen können sowohl Anfänger, denen der Verein bei Bedarf in Frankfurt eine Streuobstwiese vermitteln könne, als auch erfahrene Besitzer oder Pächter von Streuobstwiesen.

Einen Tag pro Woche an Arbeit müssten die Teilnehmer einplanen. Der Aufwand sei von der Größe und der Bepflanzung des Areals abhängig. Interessenten aus Taunusstein hätten sich bereits gemeldet.

Die Teilnehmer sollen etwa schauen, wie sich der Schnitt der Bäume und Neupflanzungen aufs Ökosystem und die Vögel auswirkt, erläutert Weinrich. „Ist es besser, mit der Maschine oder mit der Sichel zu mähen? Und soll die Mahd abgeräumt oder gemulcht werden?“ Begleitet werden sie von Experten des Vereins, dem Senckenberg-Institut, der Vogelkundlichen Beobachtungsstation und der Goethe-Universität.

Während der drei Jahre werden die Teilnehmer kostenlos geschult. Schwerpunkt soll der Erhalt von Lebensräumen und die Förderung der Biodiversität sein, sagt Weinrich. Geplant ist, dass Naturschutzexperten Pflanzen und Tierarten der Streuobstwiesen vorstellen und den Schutz bedrohter Arten und ihres Lebensraums erklären. Aber auch der richtige Umgang mit Sichel und Maschinen werde gelehrt.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördere das Projekt mit 120 000 Euro, weitere 30 000 Euro zahle die Stiftung Flughafen.

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