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Seckbach Mit dem Bus auf den Berg

Der Lohrbergbus fährt nach sechs Jahren wieder. Das Angebot ist ein Anreiz für Wochenendausflügler, den Hausberg Frankfurts im Stadtteil Seckbach zu besuchen.

Lohrbergbus
Manche kriegen große Augen, andere lange Beine. Foto: Monika Müller

Der Lohrbergbus ist zurück. Er soll Ausflügler an Wochenenden und Feiertagen dazu bewegen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, um die Parkplatzproblematik an dem beliebten Park zu entspannen. Bei der ersten Fahrt am Samstagvormittag, nach rund sechsjähriger Pause, ist der Bus gut gefüllt: mit Mitarbeitern der Verkehrsbetriebe, der Marketingagentur, die den Bus bewerben soll sowie Lokalpolitikern. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) und einige andere müssen stehen. Allerdings nicht sehr lange. Vom Startpunkt, der Tramstation an der Friedberger Warte, fährt der mit Erdgas betriebene Kleinbus bei leisem Motorengeräusch in acht Minuten zu seiner Endhaltestelle. Die liegt nur wenige Hundert Meter von der spektakulären Aussicht über die Stadt und die Region entfernt. Rund 30 Sitz- und Stehplätze gibt es, dazu Platz für Kinderwagen oder Rollstuhl.

An der barrierefrei mit einer Erhöhung neu errichteten Endstation angekommen, sagt Oesterling: „Das ist eine sehr gute eine Anbindung. Wir hoffen, dass diese Lösung von den Bürgern angenommen wird.“ Der Grund für die Einstellung des Angebots vor einigen Jahren sei die fehlende Auslastung gewesen.

Werner Skrypalle (SPD), Vorsteher des Ortsbeirats 11, freut sich, dass der Verkehrsdezernent „offene Ohren“ für das Anliegen aus dem Ortsbeirat gehabt habe und dass der Bus nun wieder eingesetzt werde. Schon auf der Hinfahrt im Bus hatte Skrypalle einem Mitarbeiter der Marketingagentur geraten, Werbeflyer für den Lohrbergbus in örtlichen Geschäften und der Lohrbergschänke auszulegen. Die Bewerbung des Angebots vor einigen Jahren sei mangelhaft gewesen.

Nötig zu sein scheint es allemal. Im Gegensatz zur Ruhe an diesem wechselhaften Samstagvormittag würden Ausflügler neben der Zufahrtsstraße von April bis Oktober an vielen Wochenenden auch Äcker und die angrenzenden Streuobstwiesen zustellen. Skrypalle sagt: „An schönen Tagen ist der Lohrpark total überlaufen. Die vielen Autos sind ein gravierendes Problem.“ Manfred Greil, Vorsitzender des Seckbacher SPD-Ortsvereins, berichtet: „Der Lohrberg ist immer noch eines der großen Ausflugsziele der Frankfurter.“

Mit neugierigen Blicken inspizieren zwei Spaziergänger am Samstagmittag die neue Haltestelle. Das Paar aus Preungesheim läuft öfter am Lohrberg entlang. Den Bus benötigten sie nicht, sagen sie. Jedoch befürworten sie die Wiederbelebung. Die Parkplatzproblematik an sonnigen Tagen sei ihnen bestens bekannt. „An Sonntagen ist hier öfter schon um zehn Uhr alles zugeparkt und es wird wenig Rücksicht auf Fußgänger genommen“, sagt die Frau mit Walking-Stöcken in den Händen. Er berichtet, für Radfahrer gebe es kaum ein Durchkommen, weil wartende Autos in zweiter Reihe hielten. Mancher Streit um eine Parklücke arte gar in Prügeleien aus. Verkehrsdezernent Oesterling will sich noch einmal ein Bild machen, wenn mehr los ist. Der Bus soll vorerst zur Probe bis zum 3. Oktober zwischen Friedberger Warte und Lohrpark verkehren.

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