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Seckbach Jugendhilfe zum Anfassen

Das Projekt „Schwellen runter“ von IGS Nordend und der Friedrich-Ebert-Schule vermittelt Schülern, welche soziale Initiativen es in ihrem Umfeld gibt. Auch die Einrichtungen selbst profitieren von der Schau, die alljährlich stattfindet.

Friedrich-Ebert-Schule
Die Einrichtungen der Jugendarbeit stellten sich in der Friedrich-Ebert-Schule vor. Foto: Andreas Arnold

In den Gängen der Friedrich-Ebert-Gesamtschule in Seckbach herrscht am Dienstagvormittag dichtes Gedränge. An mehr als 15 Ständen stellen Jugendeinrichtungen aus dem Frankfurter Osten im Rahmen des Programms „Schwellen runter“ den achten Klassen der Gastgeberschule und der IGS Nordend, ihre Beratungs- und Freizeitangebote vor.

Die 14-jährige Katja interessiert sich besonders für die Arbeit des Mädchenhauses Fem, einem Verein für feministische Mädchenarbeit. „Das ist super. Wir sehen, wo man Hilfe bekommen kann. Zum Beispiel bei Mobbing. Da gibt es echt viele Hilfestellen“, sagt die Schülerin.

Die Ausstellung der Einrichtungen gehört zu einer Projektwoche. Die wird von den beiden Schulen in Kooperation mit dem Stadtteilarbeitskreis Nordend/Bornheim, der alle Kinder und Jugendeinrichtungen in der Umgebung umfasst, organisiert. Inzwischen ist die Schau längst fester Bestandteil im Lehrplan – bereits zum 25. Mal wird sie dieses Jahr ausgerichtet. Nach der allgemeinen Vorstellung der Einrichtungen am Dienstag besuchen die Schüler am Mittwoch und Donnerstag jeweils drei der teilnehmenden Organisationen.

Katja will dann auch Fem besuchen, um einen genauen Eindruck von dem Verein zu gewinnen. „Vielleicht werde ich danach öfter mal bei dem wöchentlichen Mädchentreff vorbeischauen“, sagt die 14-Jährige. Für Theresa Schulze, Mitarbeiterin von Fem, bietet „Schwellen runter“ einen guten Ansatz, Schülerinnen für ihre Arbeit zu begeistern: „Ich denke schon, dass es unseren Verein zugänglicher macht. Die Schülerinnen waren dann schon einmal bei uns und sehen, dass es nicht peinlich ist Hilfe anzunehmen. Im Gegenteil, sie merken, dass ganz viele andere das auch machen“, berichtet Schulze.

Auch Marcus Rosenberger von der Kinder-, Jugend und Elternberatung Bornheim berichtet: „Schwellen runter bietet uns eine gute Plattform bekannter zu werden und uns als Initiativen auch gegenseitig kennenzulernen.“ Viele der Schüler, die das Beratungsangebot in Bornheim nutzten, seien über die Projektwoche auf die Einrichtung aufmerksam geworden.

„Wir wollen Schule und Jugendhilfe näher zusammenbringen und miteinander verknüpfen“, erklärt Organisator Rüdiger Koch vom Stadtteilarbeitskreis. „Alle Schüler leben ja hier im Stadtteil, haben ihre eigenen Ideen und Probleme und sollten sich auch mit den sozialen Angeboten auskennen“, findet er.

Durch die Projektwoche könnte man nicht nur die Jugendlichen, sondern auch Familien und Freunde erreichen. „Die Schüler erzählen daheim von ihren Erlebnissen, geben Tipps oder empfehlen Freunde weiter“, berichtet Koch. Das Projekt habe so eine Multiplikatorenfunktion, sagt er.

Brigitte Topcu von Kubi, Verein für Kultur und Bildung, bestätigt das: „Bei uns geht es vor allem darum, Jugendlichen bei der Suche nach Ausbildungsplätzen zu helfen. Für die Achtklässler ist das noch kein Thema, aber sie erkundigen sich dann im Namen ihrer älteren Geschwister oder schicken diese gleich bei uns vorbei“, beobachtet die Sozialarbeiterin.

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