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Schulen in Frankfurt Protestmarsch zum Caterer Sodexo

Schüler und Lehrer der IGS Nordend fahren nach Rüsselsheim. Dort wollen die Frankfurter dem Caterer Beschwerdebriefe überreichen. Auch andere Schulen haben schlechte Erfahrungen mit ihm gemacht.

Demo gegen Sodexo
Der Protest gegen den Caterer Sodexo spitzt sich zu. Foto: Christopf Boeckheler

Das muss man sich mal vorstellen: Gut 600 Schüler und ihre Lehrer ziehen vom Rüsselsheimer Bahnhof zum Firmensitz des Caterers Sodexo. Eine halbe Stunde Fußmarsch, um dem Ärger Luft zu machen, der derzeit fast alle Beteiligten an der IGS Nordend umtreibt. Am gestrigen Mittwochabend stimmten Lehrer und Eltern der Ganztagsschule für einen Wandertag, der am Montag, 30.April, veranstaltet werden soll.

„Wir werden mit mehreren S-Bahnen nach Rüsselsheim fahren und dort dann zu Sodexo laufen“, sagt Schulleiter Uwe Gehrmann. Am Firmensitz werden die Kinder ihre selbst verfassten Briefe übergeben, anschließend gehe es zurück nach Frankfurt. In den Briefen, so der Direktor, frügen die Schüler unter anderem, warum ihr liebgewonnenes System von Sodexo weggenommen werde. Gehrmann betont, dass nur Schüler mit nach Rüsselsheim kämen, die es auch wollten.

Gemeinsamer Protest gegen Sodexo 

Auch andere Schulen haben inzwischen erfahren, dass ihr Caterer wechselt und das Schulessen ab dem Sommer von Sodexo kommen soll. Dagegen formiert sich an den Schulen gerade Protest. An der Friedrich-Ebert-Schule hätten Kollegium und Eltern nun beschlossen, sich zu wehren, sagt Schulleiterin Helga Artelt. „Wir wollen unseren Protest bei einem Spaziergang nächste Woche deutlich machen.“ Gemeinsam mit der ebenfalls betroffenen Theobald-Ziegler-Schule werde man auf die Straße gehen. „Die Schulgemeinden werden zu wenig einbezogen“, moniert Artelt. Man sei an der Schule mit dem derzeitigen Caterer ASB zufrieden. „Ein Zufriedenheitsfaktor spielt aber bei der Vergabe keine Rolle.“

An der integrierten Gesamtschule ist man verärgert über den Zuschlag an Sodexo. „Wir hatten Sodexo schon in zwei Varianten: als Cook-and-Chill- und als Wärmeküche.“ Im ersten Fall seien die Speisen gekühlt aus Tschechien angeliefert worden, „und es ist unmöglich, wenn Essen durch die ganze Republik gekarrt wird“, sagt Artelt. Im zweiten Fall, bei der Warmanlieferung, sei dann „nur noch das Essen schlecht gewesen“. Verkocht, kalt, „es gab alle denkbaren Beschwerden“. Effekt: Immer weniger Schüler aßen in der Mensa. Nach zwei weiteren Caterern, mit denen die Schule unzufrieden war, kamen nur noch 30 Kinder in der gebundenen Ganztagsschule zum Mittagessen. Nach zwei Jahren ASB gingen nun wieder fünfmal mehr Kinder in die Mensa. Die steigenden Zahlen beim Mittagessen wolle die Schule nun nicht durch ein erneutes Catering von Sodexo gefährden.

An der Liesel-Oestreicher-Schule in Preungesheim haben die Eltern am Dienstagabend von einem Catererwechsel erfahren: Statt des Unternehmens GEG Gastro soll auch dort Sodexo fürs Essen sorgen. „Die Eltern sind alarmiert“, sagt eine Mutter. Zum Essen von GEG gebe es zwar verschiedene Meinungen an der Schule, sagt sie. Aber Sodexo sei bereits einmal Caterer an der Schule gewesen. Vor allem Eltern mit älteren Schülern „laufen nun Sturm, da es katastrophal gewesen sein muss“. Auch sie kritisiert, dass Schulgemeinden nicht wirklich in die Vergabe des Caterings einbezogen seien. „Wir überlegen jetzt, uns dem Protest anderer Schulen anzuschließen.“

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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