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Schulen in Frankfurt Kohlrabi im Ostpark

Der Frankfurter Ernährungsrat möchte den ehemaligen Schulgarten im Ostpark wiederbeleben. Das Umweltdezernat unterstützt das Projekt.

Bürgergarten
Derzeit liegt der Bürgergarten neben der Notunterkunft in einer Art Dornröschenschlaf. Foto: Christoph Boeckheler

Wie vermehren sich Kartoffeln, wie viel Sonne brauchen Tomaten, und wachsen Kohlrabi eigentlich unter der Erde? Das sollen Schüler in naher Zukunft im Ostpark lernen können. Ein Arbeitskreis des Frankfurter Ernährungsrats möchte den ehemalige Schulgarten im Bürgergarten wiederbeleben. Im kommenden Jahr soll es losgehen. 

„Unser Ziel ist es, Grundschülern durch die praktische Arbeit im Garten den Wert von Lebensmitteln erfahrbar zu machen“, sagt Bärbel Praetorius vom Arbeitskreis Ernährungsbildung. Die Kinder sollen ein ganzes Gartenjahr lang aktiv sein: Vom Einbuddeln der Samen übers Jäten, Gießen bis hin zur Ernte und der Verarbeitung. Auf diese Weise könnten die Kinder erweiterte Kompetenzen im Bereich Ernährung gewinnen und an ihre Familien weitergeben. Vorbild für das Projekt sind die Berliner Gartenarbeitsschulen. 

An vielen Schulen in Frankfurt gebe es keinen Platz für eigene Gärten, sagt Leonie Höber, die sich im Arbeitskreis engagiert. Mitunter fehle auch ein Lehrer, der die Aufgabe übernimmt. Der Schulgarten im Ostpark soll deshalb nicht nur Beete bieten. Vorgesehen sei auch ein Pädagoge, der dauerhaft vor Ort arbeite und somit die Lehrer entlaste, sagt die Ernährungswissenschaftlerin.

Der ehemalige Hauptschulgarten im Ostpark biete sich an, sagt Höber, da er überschaubar und durch einen Zaun begrenzt ist. „Er müsse nur wiederbelebt werden.“ Rasen werde zu Beeten. Vorab soll mit Experten geschaut werden, was bleiben kann. Ein Bauwagen könnte als Unterstand, zum Kochen und für theoretischen Unterricht dienen. 

Die Arbeitsgruppe hat sich bereits mit den meisten der umliegenden Grundschulen in Verbindung gesetzt, sagt die ausgebildete Köchin Praetorius. Mehrere hätten Interesse bekundet. Mit diesen könne es im kommenden Jahr losgehen. Zusätzlich könnte es Projekte in den Ferien geben. Denkbar seien auch Flächen für offene Angebote, „etwa für Nachbarn“. 

Der Ernährungsrat möchte für das Projekt auf vorhandenes Wissen zurückgreifen. Geplant sei etwa eine Kooperation mit dem Potsdamer Verein Gemüse Ackerdemie, der praktischen Gemüseanbau an Schule bringt. Auch mit dem Frankfurter Garten am Ostbahnhof und dem Nachbarschaftszentrum Ostend. „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden“, so Praetorius. Finanziert werden soll der Schulgarten über Fördergelder. 

Wenn das Projekt gut angenommen wird, soll es ausgeweitet werden, sagt Praetorius. Denkbar sei, künftig zwei Wiesenflächen im Bürgergarten als Beete umzuwandeln. Langfristig schwebt dem Arbeitskreis vor, das Schulgarten-Projekt stadtweit anzubieten. „Dafür müssten dann auch in anderen Stadtteilen Flächen gefunden werden.“

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) stehe fest hinter dem Projekt, sagt ihre Sprecherin Janina Teresa Steinkrüger. Derzeit schlummere der Bürgergarten in einer Art Dornröschenschlaf. Auch habe er früher eine ähnliche Funktion gehabt. Berücksichtigt werden müsse jedoch der Denkmalschutz, unter dem der Park seit den 80er Jahren steht, sagt der Leiter des Grünflächenamtes, Stephan Heldmann. „Wir müssen schauen, was dort alles möglich ist.“ 

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