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Schauspiel-Sanierung Land bei Schauspiel in der Pflicht

SPD und Grüne in Frankfurt wundern sich über die ablehnende Haltung der Hessen-CDU zu den Sanierungskosten für die Städtischen Bühnen.

Schauspiel Frankfurt
Die Sanierung oder der Neubau von Schauspiel und Oper wird auf fast eine Milliarde Euro geschätzt. Foto: dpa

Dass die hessische CDU die Sanierung der Städtischen Bühnen in Frankfurt nicht als Angelegenheit des Landes sieht, sorgt bei SPD und Grünen im Römer für Irritationen. Die CDU-geführte Landesregierung werbe zwar gerne mit Oper und Schauspiel, sagte Renate Wolter-Brandecker, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Römer: „Geht es jedoch um konkrete Unterstützung, dann duckt sie sich und weicht aus.“

Die hessischen Christdemokraten hatten bei ihrem Parteitag am Wochenende vom Bund Unterstützung für die Sanierung gefordert, die bis zu 900 Millionen Euro kosten könnte. Die Frankfurter CDU hatte zuvor den Antrag gestellt, dass sich außer dem Bund auch das Land an den Kosten beteiligt. Doch Michael Boddenberg, Fraktionschef der CDU im Landtag, sieht in der Sanierung „keine Landesangelegenheit“. Der Bund hingegen habe unlängst angekündigt, sich an der Sanierung des Nationaltheaters in Mannheim zu beteiligen.

Dass sich die Landes-CDU auf dem Parteitag dazu entschlossen habe, „diese Forderung an den Bund durchzureichen“, passe ins Bild ihres bisherigen Verhaltens gegenüber Frankfurt, sagte Wolter-Brandecker. So werde die Stadt durch hohe Ausgaben im Rahmen des Kommunalen Finanzausgleichs belastet. Die Sozialdemokratin kritisierte zudem „das Spekulationsverhalten der Landesregierung beim Verkauf des Alten Polizeipräsidiums“. Die Landesregierung müsse finanzielle Verantwortung für die Kultur in Frankfurt übernehmen.

Manuel Stock, Fraktionschef der Grünen im Römer, verwies auf Anfrage der FR auf das Wahlprogramm seiner Landespartei. Dort heißt es, dass „die hervorragenden hessischen Kultureinrichtungen, auch der Hochkultur,“ gefördert werden müssten. Insofern sei die kommende Landesregierung in der Pflicht, einen Beitrag für die Sanierung von Oper und Schauspiel zu leisten. Manuel Stock verwies zudem aufs Stadttheater Gießen, dessen Sanierung das Land ebenfalls gefördert habe.

Thomas Dürbeck, kulturpolitischer Sprecher der CDU im Römer, zeigte Verständnis für die ablehnende Haltung seiner Landespartei. Allerdings glaubt er, dass das letzte Wort in dieser Frage noch nicht gesprochen sei.

Angesichts der derzeit in Rede stehenden Gesamtkosten habe die Landesregierung „gar keine andere Wahl, als Nein zu sagen“, so Dürbeck. Sobald feststehe, welche Arbeiten tatsächlich anfallen und wie viel diese kosten, könne die Stadt mit dem Land neu verhandeln. Die Landesregierung könne es sich nicht erlauben, dass Frankfurt wichtige Kultureinrichtungen im Zweifel schließen müsse.

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