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Riederwaldtunnel Im Riederwald fallen bald die ersten Bäume

Beim Bau des Riederwaldtunnels stehen dem kleinen Frankfurter Stadtteil zehn laute Jahre bevor.

Demo gegen Autobahnausbau im Riederwald
Die Autobahn A66 wird mitten durch den Stadtteil führen, teilweise in dem einen Kilometer langen Tunnel. Foto: Rolf Oeser

Als die Vertreter von Hessen Mobil am Freitag in der Aula der Pestalozzischule ins Mikrofon sprachen, um vorzustellen, wie der Bau des Riederwaldtunnels weitergeht, krachte der Lautsprecher immer wieder laut – ein Störgeräusch, das die rund 100 Besucher und Behördenvertreter jedes Mal erschreckte und zusammenzucken ließ.

Vielleicht lässt dieser Krach erahnen, was dem kleinen Stadtteil im Frankfurter Osten in den nächsten zehn Jahren bevorsteht. Die rund 5000 Anwohner müssen mit einer massiven Lärmbelastung rechnen.

Lärm wohl über den Grenzwerten für Schulen

Zur vierstündigen Infoveranstaltung waren Anwohner, Schüler und Eltern gekommen. Vor Beginn demonstrierten sie in der Aula für mehr Lärmschutz – und riefen: „Das ist unsere Schule, wir wollen hier was lernen.“ Für die Pestalozzischule, eine Grundschule mit rund 250 Schülern, zwei Horten und einem Kindergarten, rechnet Hessen Mobil damit, dass die Grenzwerte für Lärm etwa zweieinhalb Jahre lang überschritten werden – trotz zweier Lärmschutzwände, die Hessen Mobil errichten will.

Daher soll die Schule an ihrer Süd- und Westseite Lärmschutzfenster erhalten. „Was passiert, wenn wir die Fenster öffnen?“, fragte eine Bürgerin. „Dann kommt der Lärm rein“, meinte ein anderer. Jürgen Semmler, der Projektleiter von Hessen Mobil für den Tunnelbau, sagte, dass die Klassenräume per „Stoßlüftung“ frische Luft erhalten sollten. Das sehe auch ein Flyer der Stadt Frankfurt vor. Der Einbau von Lüftern sei nicht vorgesehen. „Der Flyer bezieht sich aber nicht auf Baustellenlärm“, entgegnete Rainer Frey von der Bürgerinitiative Riederwald. „Wir sind mit den Schallschutzfenstern nicht zufrieden“, sagte die Lehrerin Barbara Wirtz. Stoßlüften sei nicht möglich, weil die Fenster in den Klassenzimmern sich nicht gegenüber liegen würden, also gebe es keinen Durchzug.

Markus Schweiger vom Münchner Büro Obermeyer, der für Hessen Mobil das Lärmschutzkonzept erstellt hat, führte aus, wie weitere „besonders schützenswerte Gebäude“ geschützt werden sollten: Der Kindergarten in der Vatterstraße 5 erhält neben Lärmschutzwänden auch Schallschutzfenster an der Südfassade. Eine Lärmschutzwand sowie Schallschutzfenster vom ersten bis vierten Stock soll das Seniorenwohnheim in der Vatterstraße 48 schützen. Das Seniorenwohnheim Am Erlenbruch 24 und 28 bekommt eine Lärmschutzwand. Der Kindergarten Lauterbacher Straße 18 erhält Schallschutzfenster.

Darüber hinaus bezahlt Hessen Mobil den Einbau von Schallschutzfenstern in 45 Gebäuden im Stadtteil, weil es dort sonst zu laut wäre. Für Lärmschutz gebe Hessen Mobil insgesamt vier Millionen Euro aus, sagte Heiko Durth von der Behörde. Der Bau des Riederwaldtunnels solle 2020 beginnen, sagte Projektleiter Semmler.

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