Lade Inhalte...

Riederwald Stündliche Luftkontrolle

Die SPD fordert eine feste Stickoxid-Messstation am Erlenbruch. Dort ist die Feinstaubbelastung für Anwohner besonders hoch.

Frankfurt Bild 2 von 4
Berufsverkehr in der Straße am Erlenbruch. Foto: Andreas Arnold

Die SPD-Fraktion im Ortsbeirat 11 fordert die Stadt dazu auf, in der Straße am Erlenbruch eine dauerhafte Messstation zur Erfassung der Stickoxid- und Feinstaubbelastung aufzustellen. Der genaue Standort sei gemeinsam mit dem Ortsbeirat festzulegen, heißt es in dem Antrag für die Sitzung des Stadtteilgremiums am kommenden Montag.

Auf Druck des Ortsbeirats hat das Frankfurter Umweltamt auf der vielbefahrenen Straße bereits drei so genannte Passivsammler, also Messgeräte, installiert. Das Ergebnis: Im Jahr 2017 wurde der gesetzliche Stickoxid-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter an zwei der drei Passivsammler monatlich im Durchschnitt um rund 13 Mikrogramm überschritten. „Die Auswertung hat gezeigt, dass wir hier eine hohe Belastung haben“, sagte Antragstellerin Susanna Bornmann (SPD) der FR. Durch das Urteil zum Dieselfahrverbot in Frankfurt haben die Daten aus dem Riederwald an Brisanz gewonnen: Die Straße am Erlenbruch liegt außerhalb der Frankfurter Umweltzone. Bleibt das so, würde das vom Wiesbadener Verwaltungsgericht erlassene Dieselfahrverbot dort nicht gelten – trotz hoher Stickoxidwerte.

Angesichts der Debatte um das Fahrverbot brauche man eine „verlässliche Grundlage“, forderte Bornmann. „Es geht darum Daten zu haben, mit denen wir dann agieren können.“ Auch während des Baus des Riederwaldtunnels sei aufgrund der großen Baumaschinen ein Ansteigen der Schadstoffwerte zu erwarten.

Die Daten aus den Passivsammlern reichten nicht aus, weil sie keinen Aufschluss darüber geben, wie hoch die Belastung zu Spitzenzeiten sei, kritisierte Bornmann. Tatsächlich können die Messgeräten nur die monatlichen Durchschnittswerte ermitteln. Stationäre Messstationen liefern demgegenüber stündlich Zahlen zur Stickoxid- und Feinstaubbelastung. Die seien nötig, um wirksame Maßnahmen zu ergreifen, sagte Bornmann.

Umweltamt schweigt

Auf der Internetseite der Stadt Frankfurt und des Umweltbundesamts sind die tagesaktuellen Werte der Messstationen einsehbar. Die Daten für den Frankfurter Osten liefert eine Station in der Hanauer Landstraße. Diese könnte aber „nicht als Grundlage für den Erlenbruch dienen“, kritisiert die SPD in ihrem Antrag. Eine Messstation müsse dort installiert werden, „wo nachweislich der meiste Dreck entsteht, das ist am Erlenbruch.“

Das Frankfurter Umweltamt teilte der FR auf Anfrage mit, dass man zu dem SPD-Antrag keine Stellung nehmen könne, da man dem parlamentarischen Verfahren im Magistrat nicht vorgreifen wolle. Vor drei Jahren habe das für Luftmessungen zuständige Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) das Aufstellen einer stationären Messstation als „fachlich nicht begründbar befunden“ und abgelehnt.

Derweil bringen auch die Grünen die Situation am Erlenbruch auf die Tagesordnung. In einem eigenen Antrag fordern sie die Stadt dazu auf, einen „verbindlichen Zeitplan“ zur Stickoxid-Reduktion zu erarbeiten. „Es ist fünf nach zwölf“, heißt es in dem Antrag.

Der Ortsbeirat 11 tagt am Montag, 29. Oktober, um 19.30 Uhr in der Evangelischen Glaubenskirchengemeinde, Fuldaer Straße 20.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen