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Riederwald Schlechte Luft am Erlenbruch

Das Umweltamt stellt die Ergebnisse der Stickstoffdioxidmessung vor. Es wurden erhebliche Grenzwertüberschreitungen festgestellt.

Erlenbruch
Während des Berufsverkehr steigt die Stickstoffdioxid-Belastung auf dem Erlenbruch über den gesetzlichen Grenzwert. Foto: Andreas Arnold

Die Diskussionen um den geplanten Riederwaldtunnel halten an. Neben Baulärm wird auch der Feinstaub zunehmen. Bereits jetzt kommt es zu erheblichen Grenzwertüberschreitungen. Das ergaben Messungen des Frankfurter Umweltamtes. Erste Ergebnisse stellten Vertreter der Behörde in der Sitzung im Ortsbeirat 11 am Montagabend vor. „Die Baumaßnahmen werden Auswirkungen auf die lufthygienische Belastung haben“, verdeutlicht Philipp Wolfrum, zuständig für Immissionsschutz und Luftreinhaltung.

Seit vergangenem Jahr sind an zwei Stellen an der Straße Am Erlenbruch und vor der Pestalozzischule sogenannte Passivsammler installiert. Sie dokumentieren langfristig die Veränderungen der Stickstoffdioxidbelastung, vor, während und nach den Bauarbeiten am Riederwaldtunnel.

Der gesetzliche Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Während das Umweltamt an der Grundschule von einem Jahresmittel von etwa 26 Mikrogramm ausgeht, erreichen die Werte Am Erlenbruch angesichts der täglichen Staus bereits durchschnittlich bis zu 56 Mikrogramm. Sinken dürften die Werte erst, wenn der Verkehr durch den fertigen Tunnels fließt. Wenig tröstete Wolfrums Hinweis, dass die Luftbelastung etwa auf der Mainzer Landstraße deutlich höher sei. „Für eine Minderung müsste man Dieselfahrzeuge ausschließen“, hofft der Umweltexperte auf eine blaue Plakette. Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) zeigt sich von den Messergebnissen wenig überrascht: „Wir haben leider damit gerechnet.“

Der Riederwaldtunnel soll die A66 im Frankfurter Osten mit der A661 verbinden, 320 Millionen Euro kosten und größtenteils unter dem Erlenbruch verlaufen. Bauzeit: Knapp acht Jahre. Am Autobahndreieck Erlenbruch wird bereits seit 2014 gewerkelt. Baubeginn für den Tunnel soll 2020 sein. Angesichts eines laufenden Planänderungsverfahrens gehen Kritiker aber von frühestens 2022 aus.

Wasser auf die Mühlen der Tunnelgegner

Die Messwerte des Umweltamts dürften Wasser auf die Mühlen der Tunnelgegner sein. Das „Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn“ fordert schon seit längerem einen Baustopp, da eine vierspurige A661 den Verkehr der sechsspurigen A66 nicht aufnehmen könne. Ein Ausbau der A661 wird wohl erst 2030 kommen. Auch eine geplante Lärmschutzwand sowie Schallschutzfenster etwa für die Pestalozzischule kritisieren viele Bürger als nicht ausreichend.

Ein weiterer Streitpunkt sind die 48 bis zu 100 Jahre alten Bäume am Erlenbruch, die schon lange vor Baubeginn gefällt werden sollen – um Platz für Abwasserkanäle und Stromleitungen zu schaffen. Dabei könnten die Rosskastanien gerade angesichts der Messungen des Umweltamtes für bessere Luft sorgen.

Der Ortsbeirat 11 hat in der jüngsten Sitzung dazu zwei Eilanträge der SPD auf den Weg gebracht. Zum einen soll die Stadtverordnetenversammlung beschließen, dass keine Bäume gefällt werden, bevor der Baubeginn endgültig feststeht. „Würden vor Abschluss der Verfahren weitere Grünflächen vorschnell zerstört, wäre dies ein nicht wieder gut zu machender Fehler“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Stephan Zilcher.

In einer zweiten Vorlage fordert seine Fraktion neben Schallschutzfenstern auch eine Lüftungsanlage für die Pestalozzischule, da die Fenster wegen des Baulärms nicht geöffnet werden könnten. Zudem solle für den Schulhof und das weitere Außengelände ein zusätzlicher Lärmschutz errichtet werden.

Die Messwerte des Umweltamtes sind im Internet abrufbar unter www.umweltamt.stadt-frankfurt.de

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