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Riederwald Bessere Luft

Der Ortsbeirat Frankfurt-Riederwald stimmt für eine Messstation am Erlenbruch.

Riederwald
Regelmäßig demonstrieren Riederwälder. Foto: christoph boeckheler

Die Stadt soll eine dauerhafte Luftmessstation zu Erfassung der Stickoxidbelastung in der Straße am Erlenbruch aufstellen. Ein entsprechender Antrag der SPD-Fraktion wurde am Montagabend in der Sitzung des Ortsbeirats 11 gegen die Stimmen der CDU und bei einer Enthaltung der BFF-Fraktion verabschiedet.

Vor allem Dieselautos blasen den Schadstoff, der Atemwege reizen und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann, in rauen Mengen in die Luft. So auch auf der Straße am Erlenbruch: Bei einer Messung des Umweltamts im vergangenen Jahr wurde der gesetzliche Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter deutlich überschritten (die FR berichtete).

Die Verkehrsbelastung am Erlenbruch ist hoch. Laut einem Bericht der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Industrie- und Handelskammern aus dem Jahr 2016 rollen täglich rund 24 000 Fahrzeuge durch die, unmittelbar an Wohnhäuser angrenzende, Hauptverkehrsader. Auch nach dem Bau des Riederwaldtunnels werden einer Prognose des Hessischen Verkehrsministeriums zufolge täglich über 14 000 Autos den Erlenbruch passieren.

Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Stephan Zilcher war die Sache klar: „Es ist wichtig nachzumessen und gegebenenfalls über Maßnahmen nachzudenken.“ Auch Thomas Dorn (Grüne) argumentierte für die Messstation: „Wenn wir wissen wollen, ob der Riederwaldtunnel Entlastung bringt, dann müssen wir die Werte kennen.“

Nur die CDU-Fraktion sah das anders: „Wir sind auf der Seite der Dieselfahrer und gegen die Messstation“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Benjamin Wiewiorra. „Unsere Fraktion stimmt dem Antrag nicht zu.“ Die Belastung am Erlenbruch sei zwar hoch, „aber die Straße ist nicht repräsentativ für die ganze Stadt.“ Der CDU-Fraktionsvorsitzende befürchtete offenbar, dass die zutage gebrachten Messergebnisse die Debatte um das vom Wiesbadener Verwaltungsgericht erlassene Dieselfahrverbot beeinflussen. Kurz vor der Hessischen Landtagswahl hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angedeutet, dass sie nicht mit einer Umsetzung der Fahrverbote in Städten mit nur geringen Überschreitungen der gesetzlichen Grenzwerte rechne. Es gehe jetzt um den „Schutz der Dieselfahrer“, begründete Wiewiorra die Haltung seiner Fraktion.

Die stieß beim Rest der Ortsbeiratsmitglieder auf Unverständnis. „Wir sind auf der Seite der Gesundheit“, entgegnete SPD-Chef Zilcher. Für ein Diesel-Fahrverbot sprach sich derweil niemand aus. Es gehe erstmal nur darum, Daten zur Stickoxid-Belastung zu bekommen, so der Tenor der Befürworter. „Wir können doch die Augen nicht verschließen“, sagte Stefan Klee (Linke). Rainer Frey, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Riederwald, sah das ähnlich. Er sei froh, „dass da nochmal nachgehakt wird.“

Ob die Messstation kommt, ist unklar. Bereits im Vorfeld der Sitzung hatte das Frankfurter Umweltamt der FR mitgeteilt, dass man zu dem Antrag keine Stellung nehme, um dem parlamentarischen Verfahren im Magistrat nicht vorzugreifen.

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