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Projekt „Frankfurter Hof“ in Frankfurt Mitmachen statt Museum

Künstler, Bewohner und Vertreter der Stadt Frankfurt präsentieren den Abschluss des Projekts „Frankfurter Hof“.

Fechenheim
Im neuem Look: Der alte Pavillon ist aufwendig künstlerisch gestaltet worden. Foto: Christoph Boeckheler

Miriam ist stolz auf ihr doppelstöckiges Vogelnest. Fleißig hat die 13-Jährige in den vergangenen Tagen an ihrer kreativen „Wohnstätte für Tiere“ getüftelt und aus Zweigen und Blättern zusammengebaut. „Ich wollte, dass kleine und große Vögel dort Platz haben“, erklärt die Schülerin. Ausgestellt in der prallen Frühlingssonne ist ihr Kunstwerk eines von vielen liebevoll gestalteten Tierwohnungen.

Bei Butterbroten mit Radieschen und Kresse präsentierten am Freitagnachmittag Künstler, Bewohner und Vertreter der Stadt den Abschluss des Projekts „Frankfurter Hof“ auf dem Gelände des Pavillons an der Konstanzer Straße/Bodenseestraße. Finanziert durch das Frankfurter Programm „Aktive Nachbarschaft“ des Sozialdezernats, in Kooperation mit dem Quartiersmanagement sind seit Ende 2016 gemeinsam mit Studierenden der Hochschule für Gestaltung (HFG) Offenbach experimentelle Raumkonzepte in sieben Stadtteilen entstanden.

„Wir wollen die Schwelle des Respekts zur Kunst überschreiten“, sagt Heiner Blum, Kunstprofessor an der HFG. Er hatte die Idee bei der Stadt vorgebracht. Nicht allein in Museen, sondern dort, wo Menschen sich aufhalten und mitgestalten können, solle Kunst einen Platz haben. 

Lebensgroße Ausmalbilder

Malen will auch Thekra Jaziri am liebsten in sozialen Räumen. „Kunst soll einfach und zugänglich für alle sein und etwas bei den Menschen hinterlassen“, sagt die Studentin. Sie hat für Großflächen in mehreren Stadtteilen „lebensgroße Ausmalbilder“ entworfen. Die Bewohner der Nachbarschaft waren eingeladen, sie beim Konzipieren und beim Ausmalen mit Spraydosen zu unterstützen. „Von der Omi bis zu den Kleinsten hatten alle ihren Spaß daran“, sagt Jaziri.

Mit großer Zufriedenheit blickt auch Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld auf die Kooperation zurück. Mit dem Programm habe man „die kulturelle Teilhabe in den Quartieren“ fördern wollen, alle Projekte des Frankfurter Hofs gingen über einen rein ästhetischen Wert hinaus, wirkten „identitätsstiftend“, so Birkenfeld. Die Ergebnisse der Reihe sind vielfältig: So baute der Student Marco Poblete in Sindlingen einen See aus Holz, der für zwei Monate zu Treffpunkt und Spielplattform für die Kinder der Nachbarschaft wurde.

Vergangenen Mai performten Einwohner aus Preungesheim die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte in 53 Sprachen – damit stellte der Künstler Lukas Sünder gar einen Weltrekord auf. Bei allen Raumkonzepten spielte für die Studierenden immer die Verbindung von Mitgestaltung und Begegnung durch Kunst eine zentrale Rolle.

Besonders glücklich ist Quartiersmanagerin Leonore Vogt über die große Beteiligung der Fechenheimer an der Gestaltung des Geländes um den Pavillon: „Verschiedene Kinder- und Jugendeinrichtungen haben im Vorfeld die Kinder zur Teilnahme begeistert.“ Sie nickt mit dem Kopf in Richtung des Basketballkorbes, wo sich ein Dutzend Jugendliche um einen neonorangenen Ball kabbelt und Körbe wirft. „Hier merkt man deutlich, wie Kunst Begegnung schaffen kann“, so Vogt.

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