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Porträt Miguel Casares, der neue Zoodirektor aus Spanien

Miguel Casares wird der neue Direktor des Frankfurter Zoos. Er möchte den Zoobesuchern das Gefühl geben, den Lebensraum der Tiere zu betreten.

19.01.2018 16:18
Neuer Frankfurter Zoodirektor
Miguel Casares (51) ist neuer Zoodirektor in Frankfurt. Foto: dpa

Weite Wege muss der neue Frankfurter Zoodirektor Miguel Casares (51) beim Wechsel zu seiner künftigen Wirkungsstätte nicht zurücklegen: Als Vizedirektor und Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung hatte er bereits seit September 2016 sein Büro nur wenige Türen vom Amtszimmer des Ende 2017 in den Ruhestand gegangenen Zoochefs Manfred Niekisch. Vom 1. Februar an ist Casares Direktor des Zoos und damit nicht nur Chef von rund 150 Mitarbeitern, sondern auch verantwortlich für das Wohl der etwa 4500 Tiere.

Der Weg, der den gebürtigen Spanier nach Frankfurt geführt hatte, war hingegen ein wenig länger gewesen. Casares hatte nach seinem Studium der Veterinärmedizin und seiner Promotion an der Universität Zürich hauptsächlich in der Schweiz und in Spanien gearbeitet. Der schlanke Mann mit dem dunkelbrauen Kurzhaarschnitt forschte über die Riesenschildkröten auf den Galápagos-Inseln, war Zoo-Tierarzt auf Teneriffa und erwarb sich seinen Ruf als Zoomanager und -planer vor allem beim Konzept und der Projektsteuerung des Tierparks in Valencia.

In diesem Tierpark habe er versucht, die optischen Grenzen zwischen Besuchern und Tieren durch die entsprechende Planung der Tieranlagen aufzuheben, sagte Casares bei seiner Vorstellung am Freitag in Frankfurt. „Die Besucher sollten das Gefühl haben, den Lebensraum der Tiere zu betreten“.

Bedürfnisse von Tieren und Besuchern wichtig

Für Casares sind Zoos „Kultureinrichtungen, in denen sich Menschen für Tiere begeistern lassen“. Diese Begeisterung und emotionale Nähe sei wiederum wichtig, um ein Bewusstsein für die Bedeutung von Artenschutz und -vielfalt zu entwickeln.

Casares‘ Strategieplan für den Frankfurter Zoo dürfte auch von den finanziellen Rahmenbedingungen abhängen. Eines betonte er jedoch schon bei seiner Vorstellung: „Ein künftiges, nachhaltiges Zookonzept muss nicht nur eine klare Verbindung zwischen der Erhaltung von bedrohten Tierarten im Zoo und dem Schutz ihrer natürlichen Lebensräume schaffen, sondern sich auch an den Bedürfnissen der Besucher orientieren.“

Auch wenn der neue Zoodirektor bereits seit eineinhalb Jahren mit dem Frankfurter Zoo vertraut ist - die Beziehungen reichen noch viel weiter zurück. Im Rahmen eines kuratorischen Praktikums hatte Casares bereits Anfang der 90er Jahre hier gearbeitet. „Der Frankfurter Zoo war der erste, von dem ich eine Zusage bekam“, schmunzelte er im Rückblick. So kann es eben auch sein im Laufe einer Karriere: erst Praktikant, dann Zoodirektor. (dpa)

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