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Ostpark in Frankfurt Ostparkweiher läuft über

Der Weiher im Frankfurter Ostpark führt zurzeit zu viel Wasser. Der Aquarienverein Iris meldet Land unter. Die Stadt möchte nun Wasser in den Bürgerpark umleiten.

Ostparkweiher
Für die Reiher am Ostpark ist es egal, ob der Weiher über die Ufer tritt. Foto: Georg Kumpfmüller

Der Ostparkweiher hat derzeit viel Wasser. So viel, „dass er überläuft“, sagt Stefanie Toth vom Stadtentwässerungsamt. Der Wasserspiegel steige seit längerem kontinuierlich an. Woran es liegt, könne sie nicht erklären. „Wir recherchieren das.“ Für den Park jedoch sei es eine „Katastrophe“. Teile der Wege können ohne Gummistiefel nicht genutzt werden. Etliche der Bäume am Ufer stehen im Wasser. Durch die Regengüsse in der vergangenen Woche habe sich die Situation weiter verschlimmert.

Eine kurzfristige Lösung gebe es nicht, so Toth. Der Weiher könne nicht abgepumpt werden, „ich wüsste nicht, wohin mit dem Wasser“. Da das Grundwasser sehr hoch stehe, könne auch nichts in die umliegenden Wiesen abfließen. Erschwerend komme dazu, dass der Anschluss an die Kanalisation durch den Neubau der Notunterkunft für Obdachlose jetzt höher liege.

Neue Leitung soll Tiefbrunnen entbehrlich machen

An der neuen Fließwasserverbindung, die den Ostparkweiher mit dem Seckbacher Ried verbindet, liege es nicht. Dadurch gelange „nur 17 Liter pro Sekunde“ in den Ostpark. „Das ist nicht viel.“ Toth hofft, dass sich die Situation verbessert, wenn die Sonne länger scheint.

Dauerhaft plant die Stadtentwässerung eine Leitung vom Weiher zum Bürgerpark im Ostpark zu legen, sagt Stefanie Toth. Das Wasser soll in den dortigen Bach und kleinen Teich fließen und versickern. In der Vergangenheit hat das Grünflächenamt das Gewässer im Sommer über einen Tiefbrunnen versorgt. Das wird dann nicht mehr nötig sein. Die Pläne für die Leitung seien bereits weit gediehen. Die Arbeiten müssten laut Toth noch ausgeschrieben werden, dann könnten sie Ende des Jahres starten.

Ob der Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Iris so lange durchhält, ist offen. Für den Club, dessen Domizil sich nur wenige Meter vom Weiher entfernt befindet, ist die Situation besonders schwierig. Ihr Grundstück können die Mitglieder derzeit nicht betreten, sagt der Vorsitzende Michael Wolf. Bis zu 40 Zentimeter hoch steht das Wasser rund um die Hütten. Die fünf Aquarien seien deshalb geleert worden. „Wir müssen sicherstellen, dass wir uns jederzeit um die Tiere kümmern können.“

Dabei ist das Problem für die Aquarienfreunde nicht neu. Seit etwa drei Jahren kämpft der Verein mit dem Wasser. „Wir können inzwischen fast keine Veranstaltung mehr bei uns planen“, sagt Wolf. Der kommende Vortrag „Heimische Kaltwasserfische aus Sicht eines Aquarianers“ am 16. Juni finde deshalb im Haus Ronneburg statt. Für die rund 30 Mitglieder sei die Situation äußerst unbefriedigend. Zwei seien bereits ausgetreten, weitere vier hätten angekündigt, dem Verein den Rücken kehren zu wollen. „Wahrscheinlich geht unser Verein daran kaputt“, befürchtet Wolf.

Seit fast 99 Jahren hat der Club seinen Sitz im Ostpark. „Bei uns kann sich keiner daran erinnern, dass das Wasser jemals so hoch stand“, sagt der Vorsitzende. Im vergangenen Jahr habe das Wasser fast täglich bis an den Weg vor dem Vereinsheim geragt. Er ist überzeugt, dass dadurch auch viele Bäume absterben, die jetzt meist im Wasser stehen. Seiner Ansicht nach ist der Abfluss am Weiherende unterdimensioniert. Die Stadt müsse einen neuen bauen, „der auch bei Starkregen funktioniert“.

Zu viel Wasser gibt es derzeit überdies im Seckbacher Ried südlich der Zeuläckerstraße. Viele der Gärten stehen unter Wasser. Die Stadtentwässerung pumpe das Wasser dort in die Kanalisation ab, sagt Toth, „damit die Gärtner wenigstens am Wochenende wieder Radieschen pflanzen können“.

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